Winterlager 2019 - 2020

 

…. ein Sizilianischer Winter ….

 

Ich lass das hier mal so stehen! Wir wissen noch  nicht so richtig was uns hier insgesamt so erwartet. Die Versorgung mit allem notwendigen ist ausgezeichnet. Direkt auf dem Hafengelände gibt es eine große Shopping Mall incl. einem großen Supermarkt. Und ansonsten den „Herrn LIDL“ gibt’s es hier neben diversesten „mediterranen Supermärkten“ auch. Und daneben besteht hier eine sehr rührige auf privater Basis bestehende Community. Zusätzlich aber auch von der Hafen Betreiber Seite ist einiges im Angebot. Insgesamt gibt es zum Beispiel Yoga, Turnen, Tanzen, Italienisch lernen, BBQ, Happy-Hour, Wanderungen, Busfahrten zu diversen Aktionen wie Weinproben oder sonstigen Veranstaltungen. Ich denke da ist für jeden  was dabei.

Man kann sich in einem eMail Verteiler mit Schiffsname, Telefon-Nr. und eigenem Namen eintragen, damit jeder den anderen auch unabhängig von der Marina via Telefon, eMail oder persönlich kontaktieren kann. Und im übrigen, das Personal hier ist sehr freundlich ebenso die Menschen in Licata die wir bisher getroffen haben.

 

Mal sehen wie sich das so alles entwickelt. Wir sind ja noch mehr als 5 Monate hier. Der Plan sagt vom 21.10.2019 bis irgend wann im Mai wollen wir Sizilien erleben und genießen. Zumindest werden wir uns ab und an auch mit einem „Leihwagen“ bewaffnen um mehr von Sizilien als nur die Hafenmauern zu sehen.

Die ersten Besucher haben sich bereits für den 25.12.2019 angemeldet und auch schon Ihren Flug gebucht. Das wird ja dann wohl spannend…

 

Daneben wollen wir diesen Winter auch nutzen um einige Änderungen am Boot zu erledigen, Ich werde diese nach und nach in den entsprechenden Seiten eintragen.

 

Nachtrag 1

Bedingt durch die weltweit ausgebrochene Pandemie von der zur Zeit Italien besonders heimgesucht wird, sind wohl unsere Pläne bezüglich der Weiterreise usw. zur Zeit nicht zu halten. Ob und wann es weitergeht steht in den Sternen. Aber wir lassen uns nicht verrückt machen und halten uns an die normalen und notwendigen Hygiene Vorschriften.

 

Erfreut Euch einfach an den Bildern .....

 



 

21.10.2019 - Mitte Juni 2020

Die ersten Tage haben wir  tatsächlich mit süßem Nichtstun, Einkaufen und Spazieren gehen verbracht. Wobei der Fokus zur Zeit eindeutig auf dem Eruieren „wo gibt es was zu welchem Preis“ liegt. Hier waren wir bereits zur Happy Hour, zum Sonntäglichen BBQ und auf ´nem Geburtstag. Und Gabi noch zusätzlich beim Tanzen.

Ich hoffe dass jetzt so langsam Routine in unsere Abläufe kommt und wir uns alles so einrichten wie wir es für richtig und notwendig erachten.

 

04.11.2019

Meine erste Amtshandlung ist jetzt erst einmal der ganzen Bilderflut der laufenden Saison incl. der Überfahrt nach Italien Herr zu werden. Daneben wartet auch unsere Homepage auf weiterführende Informationen. Damit bin ich jetzt mal ein wenig beschäftigt und komme auch nicht auf schlechte Gedanken.

 

10.11.2019

Heute hatte die Marina zum „Welcome BBQ“ eingeladen. Von allem gab es reichlich. Angefangen mit der Flüssignahrung über diverse Salate, Brot und Produkte aus Licata bis hinüber zum Grillgut in unterschiedlicher Ausprägung. Mit zwei großen Grills war man auch dem Ansturm gewachsen. Und so langsam mischen sich auch die unterschiedlichen Nationalitäten und es macht einfach Spaß dem Stimmengewirr von Englisch, Französisch, Deutsch und Italienisch zuzuhören. Hier wird echt ein wenig Europa gelebt ….



21.11.2019

Der erste richtige Sturm ist durchgezogen. Etwa 2 Tage hat es uns aus Süden kommend heftig geschüttelt. Danach war "Wunden lecken" angesagt. Bei dem südlichen Pontoon auf der Ostseite hat es einige Klampen raus gerissen. Dadurch sind bei insgesamt 6 Booten leichte Beschädigungen aufgetreten. Weiter hat es den Pontoon selber erwischt. Die die Befestigung zum Ufer hat den Belastungen nicht stand gehalten. Passieren konnte das nur weil die Wellenbrecher, Steine von 1 x 1 x 1 m, von den Wellen einfach "zerschlagen und verlegt" wurden. Durch diese so entstandenen 3 Breschen hatten die Wellen freien Zugang zum inneren Hafen. Auf unserem Pontoon sowie den beiden westlichen Pontoons und an der Hauptkade wurden keine Schäden bekannt. Laut Berichten von Einheimischen sei das der heftigste Sturm seit Jahren gewesen. Nun ja, wenn das so weiter geht dann wird es ein wackeliger Winter.

 

 

28.11.2019

Wir sind nun etwas über einen Monat hier und uns gefällt immer besser. So langsam vermischen sich die Sprachen und man sitzt nicht mehr so streng nach diversen Ländern getrennt zusammen. Einige sind bereits wieder zurück "nach zu Hause" gefahren. Aber der harte Kern derer die bereits seit  mehreren Jahren hier sind, hat sich gefunden. Gut für uns. Ab Montag, dem 02.12.2019,  haben wir uns beide mal zum Italienisch Kurs, allerdings vom Englischen zum Italienischen, angemeldet. Gabi war bereits zum Line Dance und ZUMBA (!!)... Ich habe es bereits zur Happy Hour, zum BBQ und zum Einkaufen geschafft. Nehme da aber Gabi mit, denn ich muss ja wieder zum Boot finden (Spass ²).

 

Hier mal so in Chronologischer Reihenfolge für eine Woche die von der Marina geplanten und in der Regel auch angebotenen und durchgeführten "Aktivitäten":

 

Sonntag            BBQ mit der Community, jeder bringt seine "Sachen" mit sowie einen Salat und Sweets für alle

Montag             Pilates, Italienisch lernen für englisch sprachige, Dart Game

Dienstag           Yoga, Bridge, Happy Hour: Englisch People im Blue Sky, Franzosen im Cafe Letterario in der Marina

Mittwoch           Zirkel Training, Italienisch lernen für französisch sprechende, Domino, Film Night

Donnerstag       Yoga, Open Air Market (Markt), Bridge

Freitag              Sport Training, Zumba, Happy Hour alle im Cafe Latterario

Samstag           Yoga

 

Das Angebot ändert sich aber auch mit der Resonanz der Teilnehmer bzw. wird sogar auch mal selber durch die Teilnehmer durchgeführt. Die sportlichen Aktivitäten finden bei gutem Wetter draußen statt.

Etwas muss ich natürlich noch anmerken. Man gewöhnt sich sehr schnell an den hier vorherrschenden Tages Ablauf. Dazu kommen sehr häufig spontane Treffen (auf einen Kaffee, ein Wein oder ein Bier, zusammen kochen etc...) mit Leuten, mit denen man sich inzwischen auch angefreundet hat. Diese so unterschiedlichen Menschen sind für  mich das Salz in der Suppe.

 

Am 01.12.2019 gab es ein "Müllsammel Aktion" in Licata. Diese wurde organisiert von der Kommune und durchgeführt von Schülern. An dieser wollten sich einige von den "Boot People aus der Marina" auch beteiligen. "Bewaffnet" mit Handschuhen, Käppie und Müllsack ging es los. Den älteren Bewohnern von Licata sah man an, diese Aktivität ist unter Ihrer Würde. Lieber werfen viele von Ihnen Papier, Zigaretten, Plastik, Dosen und was weiß ich, einfach auf die Straße. Über das Thema Müllabfuhr hier will ich gar nichts sagen.

 

Zum 15.12.2020 haben wir uns dann für 10 Tage ein Auto im Flughafen in Catania bestellt. Haben uns dann natürlich Catania mit einer Übernachtung "angetan". Zumal in der Vorweihnachtszeit die Stadt im Lichterglanz erstrahlte. Eine Begebenheit am Rande, 3 Mädels machten gegenseitig von sich Fotos vor dem Elefantenbrunnen. Ich bin dann dahin und hab mit Englisch und Zeichensprache gefragt ob ich ein Bild von allen 3 machen sollte. Sie bejahten und fragten ob wir Deutsche seien. Ich sagte ja und die 3 lachten. 2 von Ihnen kamen zwar von Sizilien, lebten aber seit vielen Jahren der Liebe wegen in Ulm. Und die 3te war dort geboren. War echt witzig..... Catania war jetzt unsere erste Sizilianische Stadt nach Licata die wir besuchten und an vielen Stellen im Stadtbild sieht man die Einflüsse der unterschiedlichen Epochen. Mir hat die Stadt sehr gut gefallen. Sie hat etwas. Viele kleine verwinkelte Gassen, steil ansteigend oder auch schnurgerade. Es gab alles. Der Fiat 500 ist hier prädestiniert und eigentlich das Fahrzeug der ersten Wahl. Viel größer und dann, Du kommst nirgendwo durch.

Was ich interessant fand war, die Vielfalt der Modegeschäfte, der kleinen "Supermärkte" und Esslokale, an fast jeder Ecke gab es einen Kiosk und daneben jede Menge fliegender Händler mit Fisch, Gemüse und allerlei nicht wirklich wichtige Artikel.

 

Zurück wieder in Licata, abends beim bummeln gehen, fanden wir irgendwo in einer Seitenstraße den Eingang zu einer Krippen Ausstellung. Eine freiwillige Spende wechselte den Besitzer und drin waren wir.  Whaou war das ein Teil. Mit einer Tag und Nacht Animation die quasi 24 Std. abdeckte. Vom Hahnenschrei, Sonne, Gewitter, Sonnenuntergang und Nacht wie in den Häusern so nach und nach die Lichter ausgingen. War schon beeindruckend.

 

Ansonsten war aber auch hier in Licata die Vorweihnachtszeit angenehm. Für uns hier in der Marina lief alles seinen gewohnt gemütlichen Gang. Wobei die soziale Kommunikation hervorragend funktionierte. Irgend jemand hatte immer ein Auto und somit war die Erreichbarkeit der größeren Einkaufszentren gewährleistet.

 

Für den 25.12.2019 hatten sich Burc und Yvonne, unsere Freunde aus der Schweiz angesagt. Mit einem Mietwagen haben wir die beiden dann vom  Flughafen Catania abgeholt. Da es ein spontaner Kurztrip war und nur 4 Tage zur Verfügung standen war der "was wir machen werden Kalender" natürlich sehr straff organisiert. Für den 26.12.2019 sind wir dann den Besuch eines Arbeitskollegen von Ihm (kommt von Sizilien und werkelt in der Schweiz) angegangen. Der wartete bereits. Und da es "Lunch Time" war ging es sofort in ein wirklich gutes Italienisches Restaurant. Was da aus der Küche kam war erste Sahne!!!! Und der Wein (ich weiß, ist erst Mittag) der brachte unsere Geschmacksnerven mal wieder so richtig in Fahrt. Nach einigen Stunden der Völlerei wollte er uns sein Haus zeigen. Es liegt in seinem Heimatort in Ispica im Südosten von Sizilien. Und ja, was er sich da so nach und nach "gezimmert" hatte, da konnte er mir Recht stolz drauf sein.

Von seinem Haus bis zum wunderschönen Sandstrand waren es mit dem Auto nur ein paar Minuten. Zum Baden aber zu kalt (Sarkasmus). Was jetzt noch folgte war ein Besuch im weihnachtlich geschmücktem Pozzallo. Einem Ort wie Xanten von der Größe her. Aber hier waren sehr viele Menschen unterwegs und die Cafe´s und Bar´s herrschte Hochbetrieb. Irgendwann gegen Abend haben wir Ihn dann nach Hause gebracht und sind den Heimweg angetreten. Nicht ohne Ihn vorher zu einen Gegenbesuch bei und an Bord einzuladen. Und nachts auf Sizilien bei diesen Straßen, ist ne echte Herausforderung.

 

Der nächste Tag brachte uns nach Agrichento. Wir wollten eigentlich ins Tal der Tempel. Aber Hunger und Durst vereitelten das erst einmal. Bis wir dann etwas für unser leibliches Wohl fanden, fast alles war geschlossen, war es schon relativ spät. Aber das Suchen hatte Erfolg. Wir fanden eine kleine Weinstube (?), kleines Esslokal (?) oder irgend etwas in der Art, die hatten offen. Also rein und, angenehm überrascht. Essen und trinken hervorragend. Und jetzt mussten wir uns sputen. Ich hatte noch ganz kurzfristig eine Weinprobe im Weingut Quignones in Licata organisiert. Und dort wurden wir vom Chef selber empfangen. 

Es entwickelte sich zuerst ein munteres Frage und Antwort Spiel bevor es dann zum eigentlichen Zweck unseres Besuches kam. Von jeder Sorte gab es 2 zum Verkosten. Dabei waren Weine, die es nicht mehr zum Verkauf gab die aber prämiert waren. Und jedesmal etwas dabei zum Essen. Und zwar diverse lokale Spezialitäten aus Käse, Fleisch und Brot. Da dieses Weingut auch bekannt für seine Oliven und damit auch für sein Olivenöl ist, gabs auch zu diesen Produkten eine Probe. Alles in allem ein gelungener Besuch der uns einige neue Weine bescherte, die wir noch nicht kannten. Wir haben uns natürlich mit diesen Weinen versorgt. Übrigens, die Verköstigung schlug mit 15 € pro Person äußerst moderat zu Buche.

 

Sizilien ist für seine einzigartigen Keramiken berühmt und so sind wir dann am 28.12.2019 morgens nach Caltagirone aufgebrochen. Diese Stadt ist DIE Keramik Stadt schlechthin. Überall im Stadtbild und den Geschäften und sogar auf einer riesigen Treppe Keramik. Den Mädels juckte das Geld in der Handtasche. Hielten sich aber letzt endlich eisern. Denn wohin mit dem erworbenem Gut. im Flieger oder auf dem Boot? Aber trotzdem ein Erlebnis. Leider mussten wir weiter nach Catania denn die beiden hatten Ihren Heimflug anzutreten. War zwar kurz aber mit den Beiden ist es jedesmal ein Highlight.

 

Nun rückte der Jahreswechsel näher und wir haben uns dann mit einigen Gleichgesinnten um 23:00 Uhr im Blue Sky zur Jahreswechsel Fete verabschiedet. Und ja, es wurde was Gutes! Ein Abend voller Spaß und Freude unter Freunden. Auf einzelne Aktivitäten will ich hier nicht eingehen. Da schweigt des Sängers Höflichkeit. Nur soviel, es wurde 05:30 Uhr..... Schaut Euch einfach die Bilder an.

 

Plötzlich erhielten einige wenige für den 20.01.2020 eine Einladung zum BBQ im Haus von Gaspare, dem Besitzer vom Blue Sky. Das war neben einer besonderen Ehre natürlich auch wieder einmal ein Event der besonderen Art. Uns allen hat es jedenfalls gefallen.

 

Bei einer Happy Hour entwickelte sich im Cafe Literario im Laufe des Abends eine Dynamic, die in diversen Spielen gipfelten. Es hatte nichts mit übermäßigen Alkohol zu tun sondern war einfach Ausdruck überschäumender Freude und dem guten Verständnis untereinander. 

 

Zum 02.02.2020 gab es eine weitere Müll Sammel Aktion, an der wir uns auch beteiligten. Hier lag der Schwerpunkt im Bereich vom Hafen und an der Angler Kade. Wir haben für mein Empfinden Unmengen Säcke mit dubiosem Inhalt gesammelt, die dann mit Klein Transportern abgeholt wurden. Ist schon erschreckend was da so alles anfällt.

 

So langsam lief die Zeit ins Land aber so richtig waren wir noch nicht unterwegs. Also haben wir uns am 17.02.2020 einen Leihwagen in Catania geholt. Unser erstes Ziel war Taormina. Dort angekommen stellten wir fest, obwohl so früh im Jahr war die Parkplatz Situation "angespannt". Da Taormina, wie sehr viele Orte auf Sizilien oben auf dem Berg liegt, hieß es für uns nach unten zur Seilbahnstation um damit wieder rauf zu fahren. Aber, es fuhr keine. Also dort geparkt, mit nem Shuttle Bus rauf und eine Übernachtungsmöglichkeit gesucht. Auch gefunden, und zwar B&B direkt am Rande der Altstadt. Auf unsere Frage nach einem Parkplatz sagte man uns dann, es gibt ein Parkhaus, dort könnt Ihr (parken natürlich). Also eingecheckt und wieder runter (mit dem Bus) und zum Parkhaus (mit dem Auto) und dann wieder rauf (mit dem Bus). Egal, wir hatten ein Zimmer und Taormina vor uns. Genau das was wir wollten. Und ganz ehrlich, die Stadt ist wunderschön und echt einen Besuch wert.... Klar, haben wir lecker gegessen und getrunken.... 

 

Am nächsten Tag, dem 18.02.2020 dann weiter über die Insel bis nach Nikosia. Dort haben wir in einem alten Landgasthaus von 16xx (ich weiß die genaue Jahreszahl nicht mehr) übernachtet. Wenn man im Zimmer war merkte man nichts von dem alten Gemäuer. Von außen aber, imposant. Dazu waren die Speisekammer und der Weinkeller bestens ausgerüstet. Und das Dessert, ein Gedicht.

Und am 19.02.2020 ging es nach Sperlinga, der Höhlenstadt. Dort lebten die Menschen in in den Fels gegrabenen Höhlen, die zum Teil heute noch bewohnt sind. Um da aber hin zu gelangen, bedarf es einer Wanderung, die zwar nicht weit, aber mit jeder Menge Höhenmeter überwunden muss. Nix für mich. Ich bin mit dem Auto soweit gefahren wie es ging. War aber nicht weit genug. Gabi ist dann noch ein Stück höher..... Kam dann aber auch nicht so richtig zum Zug. Also sind wir weiter. Unser nächstes Ziel war Cefalu.

Es ist eine Stadt an der Nordküste von Sizilien. Sie ist so dicht am Meer gebaut, es gibt keine Promenade sondern nur Häuser und diese direkt am Strand. Auch ist dieser Ort ein Touristen Hotspot. Im Sommer boxt hier der Pabst. Aber jetzt gehört die Stadt den Einheimischen und einigen wenigen Touristen und uns. Genau wie bisher fanden wir auch hier über BOOKING.COM ein sehr gutes B&B Nachtlager. Helles modernes Zimmer, Bad mit großer Dusche (in der Decke mit farbigen Licht Animationen) und einer Dach Terasse mit Blick auf das Wasser. Wir haben uns dann die Altstadt angesehen. Einfach schön die vielen kleinen Gassen, die kleinen unterschiedlichen Shops mit allerlei Tand und Hochwertigem. Moment, gegessen und getrunken haben wir natürlich auch noch. Und zwar nicht schlecht!! Wir dürfen ja nicht vom Fleisch abfallen.... Eigentlich ist jeweils nur ein Tag in diesen schönen Orten auf Sizilien zu wenig.... Wir sind dann von hier wieder nach Licata zurück.

 

Der Sohn von Patrice und Hellen, Lohan, hatte Geburtstag und man lud zu einer Geburtstags Fete für Ihn ein. Er hatte keine Ahnung. Und wie immer bei solcher Geburtstags Fete, die wurde ein voller Erfolg. Ich habe eine große Sizilianische Flagge gekauft und ließ die dann auf der Fete von allen Anwesenden mit "einem Autogramm" versehen. Kam bei Ihm super an. Einige lustige Spiele beendeten diese Jugendfete.

 

Ok, Karneval stand jetzt vor der Türe. Ich habe ja schon in einigen "Ländern" wie Deutschland, Schwaben, Schwarzwald, Griechenland den Karneval erlebt, aber wie würde er hier von statten gehen. Ok, Umzug und viele Fußgruppen und genau so bunt wie überall. Dafür aber LAUT. Sogar unwahrscheinlich laut. Der Bass haute durch und brachte alles an und in Dir zum Beben. Ist eben Italien und damit doch etwas anders als bei uns. Irgendwann später sind wir dann mit den üblichen Verdächtigen rüber ins Blue Sky um den Abend ausklingen zu lassen. War nix mit Ausklingen aber dafür richtig lustig....

 

Am 28.02.2020 gabs noch einmal ein internationales (Französisch/Belgisch/Deutsch) Essen im Lampara in Licata. Es kam wie es kommen musste. Als dort die Stimmung anfing "sportlich" zu werden beschloss man gemeinsam ins ja wohin wohl? genau, ins Blue Sky zu gehen. Es entfaltete sich ein lockerer Abend mit Tanz und Gelächter.

 

Alle konnten wohl am nächsten Morgen ausschlafen. Nur wir nicht. Wir hatten eine persönliche Führung bei Franco, dem Neffen des Autohaus Teilhabers von Gabis Bruder, im Tal der Tempel in Agrichento. Wir konnten auf dem Gelände parken und hatten alle Informationen ungefiltert. Einfach sensationell was da damals "gebastelt" wurde. Und mit welchen Mitteln. Für mich ist es immer wieder ein Erlebnis bei so alten Steinen herum zu krabbeln. Und wenn diese erzählen könnten.... Auch bei Franco haben wir eine Einladung ausgesprochen. Bedingt aber durch seine Arbeit sei es besser für Ihn sagte er, wir kommen besser zu Ihm und gehen in Agrichento dann zum Essen.

 

Wir hatten jetzt am 05.03.2020 noch das Auto, also der Plan, die Villa Romana zu besichtigen. Im Nachhinein für mich ein Muss. Eine sehr große Villa mit über 3.000 m² voller Mosaik Böden. Unglaublich. Der Grund warum diese so gut erhalten sind ist folgender. Ein Bergsturz mit Schlammlawine hat diese Villa verschüttet und erst in den letzten etwa 100 Jahren begann man sie dann aus zu graben und zu restaurieren. Was sich dort heute unseren Augen bietet ist unglaublich. Die verschiedenen Farben wurden durch unterschiedlichen Marmor Sorten aus dem gesamten damals bekannten Römischen Reich heran geschafft. Die Bilder geben leider nur einen kläglichen Anblick der tatsächlichen Detail Treue wieder. Was es zu der damaligen Zeit bereits an Komfort und Lebens Standard gab, als bei uns noch die Höhle das non plus Ultra war, ich mag gar nicht darüber nachdenken. Als Xantener kann ich das nachvollziehen. Denn auch bei uns gab es zur gleichen Zeit diese Häuser mit fließendem warmen und kaltem Wasser, mit Abwasser Kanälen, Mosaiken usw. Allerdings eben nur in den Römischen.

 

Einer unserer Steg Nachbarn hat beschlossen, aus persönlichen Gründen, sein Schiff zu verkaufen und für einige Zeit zu seiner Freundin nach Paris zu ziehen. Nachdem von Ihm alles soweit vorbereitet und erledigt war, lud er zu einer Farewell Party am 08.03.2020 ins Blue Sky ein (ich weiß, A nicht weit von der Marina und B ein äußerst sympatischer Gastronom). Auch dieser Abend wurde wie alle anderen vorher ein voller Erfolg. Einheimische und Touristen im Lachen vereint.....

 

Leider konnten wir nicht so wie wir wollten bzw. wie immer, wir mussten am 09.03.2020 bereits um spätestens um 11:00 Uhr den Wagen in Catania abgeben. Wir waren pünktlich. Da ja Werner und Sonji aus Deutschland am 24.03.2020 - 16.04.2020 nach Griechenland kommen wollten, haben wir im Vorfeld vom 09.03.2020 - 24.03.2020 noch einen Mietwagen geordert den wir jetzt um 12:00 Uhr abholen konnten. Für uns stand jetzt Syracusa auf dem "was wir noch machen wollen" Zettel. Catania nach Syracusa ist ja nicht so weit. Mittels BOOKING.COM fanden wir ein kleines Hotel (Hotel Posta) in der Altstadt direkt neben dem Markt. Hotel, Zimmer, Frühstück und Personal, da gab es nichts zu meckern. Selbst die Parkplatz Frage wurde geklärt.

 

Alles was jetzt kommt steht unter dem Zeichen vom Corona Virus. Er hat (für uns) Italien inzwischen im Griff. Uns wurde so langsam bewusst, es war ein Fehler noch das Auto zu holen. Wir haben uns zwar noch die Stadt angesehen, aber das war mehr ein Überfliegen als besichtigen....

 

 

Ab dem 13.03.2020

Was jetzt kommt, ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Werner und Sonji haben Ihren Besuch gecancelt wegen der Virus Situation. Und wir sitzen an Bord, können zwar raus, auch in die Stadt. Aber nur zum Einkaufen, Arzt besuchen, Apotheken etc. Inzwischen gibt es ein sogenanntes "Rules of Travelling" und eine "self Declaration Form". Für jedes "den Hafen verlassen" muss man selber ein neues Ausfüllen. Ich war heute noch in der Stadt zum einkaufen und hatte natürlich mein Formblatt dabei. Aber keine Kontrolle. Das einzigste was war, es war gespenstig leer. Heute am Samstag, den 14.03.20 hat sich Yessica den Arm gebrochen. Krankenhaus war angesagt. So brachte Richard Sie mit Ihrem Vater dorthin. Leider sprang das Auto nicht mehr an. Also bin ich und hab zuerst Yessica geholt und dann mit Messgeräten wieder zurück zum anderen Wagen. Es war die Batterie. Die hatte noch knapp 11 Volt ohne Last. Aber wir haben den Wagen zum Laufen gebracht...

Aber Gott sei Dank. Niemand hier ist hier so richtig in Trouble. Alles Ok und die Stimmung ist gut.

 

Wir haben inzwischen Muttertag, den 10.05.20020 und die Tage laufen gemütlich einer nach dem anderen ab. Und da wir uns ab dem 24.03.2020 ja keinen Wagen mehr leihen konnten ist es mit den Insel Touren auch Essig. Na ja, dann spielt sich das Leben eben in Licata ab. Nur wenn alles geschlossen ist, fast niemand auf der Straße rumläuft oder fährt, ist das mit dem Leben natürlich auch so eine Sache. Bars und Restaurants geschlossen, Geschäfte für die Versorgung der Bewohner sowie Apotheken und Ärzte waren mit strengen Hygiene Auflagen geöffnet. Leider auch alle privaten Aktionen der Boaters, die an Bord lebten, hier in der Marina verboten. Dazu zählte neben den sportlichen Dingen auch das Sonntägliche BBQ.  Für die Bewohner von Licata war das alles auch nicht so "Easy going". Alles spielte sich auch dort in den eigenen 4 Wänden ab.

 

Also zu Essen und zu Trinken gab es trotzdem genug. Sogar ohne Panik Käufe haben wir hier fast nicht gesehen. Mag sein, dass das aber auch dem etwas kleineren Einkommens Level geschuldet ist. Für jeden von uns hat sich dann ein ganz spezieller Tagesablauf etabliert. Bei mir bedeutete das: lange schlafen, ausgiebig frühstücken, neben Internet und lesen noch allerhand Dinge wie kleinere Reparaturen und oder Verbesserung erledigen. So  hat sich hat sich bei uns dann auch ein "mittäglicher Schönheitsschlaf" eingebürgert. Und wenn ich mich ab und an mal so im Spiegel betrachte, kann man das wie ich finde stellenweise sehr gut sehen. Wir haben auch immer nur 2 x am Tag gegessen. Nachmittags gab es oft "saisonales" Obst und Joghurt. Wobei Abends dann über das "WAS" für eine Zuführung von Lebensmittel entschieden wurde.

Für mich gab es danach nichts schöneres als draußen auf der Schiff zu sitzen und den Geräuschen zu lauschen. Mit einem passendem Getränk ließ sich das immer gut an. Gabi verzog sich dann recht schnell nach unten um den Blutsaugern zu entgehen. Aber diese Jungs kannten wohl die Wirkung meines Blutes sowie die "Schnelligkeit meines Terminators (elektr. Mückenpatsche)" und haben sicherheitshalber die Rüssel von meinem "Zapf Flächen" gelassen.

 

Ab dem 12.06.2020 heute rückt so langsam der Zeitpunkt der Entscheidung näher, was machen wir bzw. wie geht es weiter. Bei uns jedenfalls laufen die Vorbereitungen für die Weiterfahrt Richtung Norden weiter. Für uns stehen 2 Varianten zur Auswahl:

 

A)  Sobald wir hier sicher weiterkönnen losfahren und in der Gegend von Rom unser Winterlager aufschlagen um dann im Frühjahr weiter Richtung Norden und in der Folge bis nach Xanten zu kommen. Der Vorteil, wir sind auf unserem Weg nach Hause ein gutes Stück weiter. Aber der Nachteil ist die Ungewissheit bezüglich Corona, irgend ein sicherer Hafen für den Winter, eine Community die lebt und keine "Superpreise" hat. Wir haben einige Häfen vergangene Woche angeschrieben jedoch bisher noch keine Antwort erhalten.

Nachtrag 1:    Nach 14 Tagen warten keine Antwort von den Häfen..... Warum????

 

B)   Wir verlassen Ende Juni diesen Hafen und tummeln uns hier auf Sizilien in anderen Orten / Häfen wie z.B. den Liparischen Inseln mit Stromboli und Vulcano herum. Malta würde dann aber auch auf unserer Route liegen. Danach ging es im September wieder nach Licata für ein weiteres Winterlager. Im April 2021 ging es dann den "Stiefel" hoch und in die Rohne herein um via Basel den Rhein herunter nach Xanten zu fahren. Der Vorteil, es gibt keine Ungewissheit wegen Corona und wir haben ein sicheres und bezahlbares Winterlager. Die durch Corona nicht besuchten Orte hier können wir in den Monaten Juli und August gut angehen. Der Nachteil ist die Entfernung von hier nach Xanten und der eventuell durch den Zeitmangel eingeschränkte Möglichkeit von Besuchen auf unserer Route.

 

Und, Mitte Juni, unsere Entscheidung ist gefallen..... Welche das ist könnt Ihr im nächsten Kapitel nachlesen. Viel Spass.

 

 

 

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