Wie im letzten Jahr so kam auch dieser Oktober völlig überraschend. Die Saison ist zu Ende sagen Freunde von uns. Wir sagen jetzt wird es erst richtig schön. Denn nun sind die Häfen, Buchten und Städte zwar nicht verwaist aber doch überschaubarer. Die Tabernen Besitzer können wieder durchatmen und so langsam wieder "normal" werden. Denn jetzt sind nur noch diejenigen unterwegs, die genau das suchen. Ich musste diese Gedanken einfach loswerden bevor ich hier auf unser Winterlager eingehe.....

Nach mehreren Versuchen, bereits im Juni 2016 einen uns genehmen Winter Platz zu bekommen, hatten wir uns auf Grund der Informationen von Ralf und Pia von dem Segel Katamaran SARASA entschlossen in der Marina Lefkas zu überwintern. Wir erhielten dann in der Folge nach einem eMail Kontakt ein Angebot dieser Marina. Vom gleichen Betreiber gab es auch die Möglichkeit auf Korfu zu etwas höheren Bedingungen zu überwintern.

Über einen Kontakt mit Richard und Evelyn von der Motorsegler RUSH erhielten wir dann die Möglichkeit hier in Nidri am Steg von SCORPIOS Yacht Charter zu überwintern. Zum Einen war es eine Frage des Geldes und zum Anderen lagen wir hier mit einem wunderbaren Blick auf die Ionischen Inseln. Zusätzlich war aber auch die "familiäre Art und Weise hier am Steg" ein für uns entscheidender Punkt. Hier kennt jeder jeden und man schaut nicht nur nach seinem Boot. Mal sehen ob die Entscheidung die Richtige war...



16.10.2016

Gegen 15:00 Uhr erreichen wir den Steg und werden bereits von Richard erwartet. Nach einer kurzen Abstimmung machen wir ganz vorne am Steg als erstes Boot fest. Vorne haben wir mit 3 Mooringleinen unser Boot festgelegt!!! Das sollte wohl reichen um den Winterstürmen zu trotzen.

Nach dem gemeinsamen Anlegen und einem Anleger mit dem obligatorischen Els war das Kapitel Sommersaison beendet. Obwohl, wir werden natürlich bei gutem Wetter weiterhin hier in den reichlich vorhandenen Buchten Ankern und das Wetter und die wunderschöne Landschaft genießen...

 

21.10.2016

Regen, Regen, Regen!!! Und in dieser Nacht ein Gewitter vom Feinsten. Ich habe mir dieses Schauspiel aus der Sicherheit des Schiffes, hinten auf dem Achter Deck, angesehen. Bei den Starkwind Böen konnte ich auch gleichzeitig mal unser Festliegen testen. Und, alles Ok!

 

24.10.2016

Nach drei Tagen mit dem Mix Sonne, Regen und bewölkt bemerken wir doch eine Änderung gegenüber dem letzten Jahr. Man hat den Eindruck es ist feucht im Schiff. Auch die Wäsche trocknet irgendwie schlechter. Wir werden das mal beobachten und dann reagieren. Wahrscheinlich werden wir uns wohl einen Luft Entfeuchter (mit Kompressor und 220 Volt) zulegen.

 

25.10.2016

Habe heute endlich das richtige Service Kit für die Jabsco Macerator Pumpe (Wastetank Entleerung) bestellen können. Es soll in den nächsten Tagen kommen. Das ist der dritte Versuch unsere Toiletten Anlage von "Duftstoffen" zu befreien.

Der erste Versuch war die Wiederherstellung der Belüftung des Tankes. Der hierfür installierte Schlauch war komplett dicht und mit diversen "Materialien" verschlossen. Der zweite Versuch war das 2-Wege Ventil kontrollieren. War aber Ok.

 

05.11.2016

Richard hatte keinen "Fock Affen" und wollte gerne diese letzte Regatta in 2016 "Rund Lefkas" mitsegeln. Zumal er die ja in 2015 in seiner Klasse gewonnen hatte. Also kein Problem, ich bin dabei. Kurzes Briefing am 5.11 in der Lefkas Marina und der Start wurde für den 05.11. um 08:00 Uhr (mitten in der Nacht) angesetzt.

Wind gab es nur minimal aber wir kamen gut weg. Dann jedoch wurde dem gesamten Feld ein "dümpeln" aufgezwungen. Problem war nur, die Zeit lief uns allen davon. Um in die Wertung zu kommen mussten diese ca. 50 SM innerhalb von 21 Stunden abgesegelt werden. Es wurde dunkel und wir hatten inzwischen satte 14 SM im Kielwasser gelassen. Es war ein Rechenexempel. Wir hatten 14 SM in in 14 Stunden "geschafft" und es lagen noch 39 SM vor uns.... Für uns Abbruch. Was die Anderen machten konnten wir nicht sehen. 

Jedenfalls am anderen Morgen hatte es doch tatsächlich ein Boot geschafft. Allerdings eine reine Rennziege. Die Jungs waren sehr weit raus auf die offene See gefahren und hatten es dort besser erwischt....

Meine Regatta Ambitionen halten sich somit weiter in Grenzen. 

 

09.11.2016

Der dritte Versuch nun das Tauschen der Schläuche. Hat alles soweit geklappt. Wobei die beiden "großen 38 mm" (Absaugung und Entleerung bis zur Pumpe) mich wohl noch vor einigen Problemen stellen werden. Da heran zu kommen, und die auch noch auszutauschen... bin mal gespannt was ich dazu alles ausbauen muss..

 

18.11.2016

Es ist vollbracht. Unter Einsatz aller "internen" (Nase, Hände, Kopf und Improvisationstalent) und externen Fachkräfte (Ken, ein Stegnachbar) habe ich die restlichen 38 mm "dicken" Schläuche ausgetauscht. Diese Arbeit erfolgte auf der Basis "Austausch oder weiter stinken". In den nächsten Tagen sah es zumindest für empfindliche Nasen gut aus. Das was noch Geruchs-technisch zu "bemerken" war kam von außen....

 

29.11.2016

Für morgen ist ein Nord-Ost angesagt und ich bin wohl der Wellenbrecher, denn unser Liegeplatz ist in diese Richtung offen und wir das erste Boot. Bin mal auf diesen ersten "Waschgang" gespannt.

 

30.11.2016

Yeap, angekündigt und tatsächlich gekommen. Liege mit 3 Moorings und achtern mit 22 mm Leinen an Federn fest. Rock ´n Roll ist gar nix dagegen. Wird alles sehr gut durch gerüttelt. Ich hab nicht das Gefühl von Problemen. Das Video hat Evelin von unserem Boot am 2.12.2016 gemacht (Danke Dir dafür).

Video upload folgt..

 

11.12.2016

An diesem Sonntag hatte ich um 16:00 Uhr das Taxi zum Lefkas Bus Terminal bestellt. Um 15:30 wechsel vom Griechenland Outfit zum Deutschland Dezember Outfit. Un da bemerkte ich folgendes:

 

Ich hatte seit Anfang Februar keine lange Hose und keine Schuhe mehr angehabt! Nur kurze Hosen und FlipFlops bzw. Crocks!

 

Lange Hose zu finden kein Problem. Die Schuhe allerdings suchen.... hab die dann aber doch gefunden. Lagen im Motorraum eingepackt und somit gut durchgetrocknet. meine Füße hatten inzwischen die Form gewechselt. Von groß nach breit! Ich kam zuerst gar nicht in die Schuhe rein. Das Problem löste ich mit "brachialer Gewalt" allerdings nicht zur Zufriedenheit meiner Füße.

Der weitere Ablauf dann:

11.12.2016     17:10 Uhr          Bus nach Athen

11.12.2016     23:00 Uhr          Bus zum Airport

12.12.2016     13:10 Uhr          Flug Athen - Düsseldorf

12.12.2016     16:00 Uhr          Ankunft Düsseldorf

12.12.2016     16:30 Uhr          Ludger holte mich vom Flughafen ab und brachte mich nach Xanten

12.12.2016     17:30 Uhr          Besuch auf dem Weihnachtsmarkt Xanten, allerdings nur bis zum TiPi

12:12.2016     20:00 Uhr          Weiter zum Bruder.....

 

Und nun hatten sich an meinen Füßen, logischer weise da wo man diese am besten bemerkt, insgesamt 3 Blasen breit gemacht. Das ungewohnte Laufen in Schuhen und jetzt mit Blasen, ich denke die meisten Leute dachten wohl, der ist ganz schön betrunken. Nach weiteren 3 Tagen in Xanten kam ich auf die stolze Anzahl von 5 Blasen. Behandelt hab ich dann die Problemzonen mit Gel Pflaster.

Es standen nun in erster Linie Freunde und 2 Arztbesuche in dieser Woche auf dem Programm. Für mich war es ein schönes Gefühl, bedingt durch die Art der Begrüßung, echt willkommen in Xanten zu sein.

 

22.12.2016

Abschied nehmen von Xanten und auf ins Schwabenland zur Schwiegermutter. Hier wollen wir das Weihnachtsfest verbringen um dann mit Freunden, wie jedes Jahr zu Silvester, für ein paar Tage in die Steiermark zu fahren. Daraus wurde aber nichts. Das Lebenslicht von Gabis Mutter begann zu flackern und wir hätten nicht in Ruhe irgend wohin fahren können. Also blieben wir in Nufringen....

 

02.01.2017

Heute morgen nun erlosch Ihr Lebenslicht und Sie begab sich auf Ihre lange Reise ins Land hinter dem Wind. Nun sind wir Ihre Augen, Ohren und Ihr Mund. Es ist nun total anders, wenn von uns beiden die Eltern gegangen sind. Denn wir sind nun die nächsten die für diese Reise eingeplant sind und diese auch wohl "planmäßig" antreten werden. Aber bis dahin....

 

17.01.2017

Noch zu 2 Ärzten, die Boot in Düsseldorf besuchen, sich wieder von Familie und von Freunden verabschieden um dann flugs wieder gen Schwabenland zu fahren. Gabi wird noch bis Mitte März in Nufringen bleiben. Ich dagegen werde mich Anfang Februar wieder Richtung Griechenland aufmachen.

 

27.01.2017

An diesem Tag ging es wieder zum Boot, das ich dann, es alles wunderbar funktioniert, so gegen 23:00 Uhr in der Nacht erreichte. Die Freude groß, alles funktionierte. Richard hatte gut gelüftet und Evelin sogar die Betten frisch überzogen. Einen Wermutstropfen gab es dennoch. Schiff kalt und Kühlschrank leer. Eine verlorene Dose Fix hatte sich versteckt um mich dann an diesem Tag willkommen zu heißen. Danach in die Koje und dem Vorsatz zu schlafen bis ich von selber wach werde. Wie lange, hier schweigt des Schreibers Höflichkeit....

 

29.01.2017

Jetzt erst einmal gebunkert was das Zeug hält um wieder autark Griechenland zu erkunden zu können. Das dann auch zu verstauen, und zwar so dass man es wirklich wiederfindet, ist eine andere Sache. Ein erstes Paket habe ich mit Komponenten für meinen Kran, für Richard und für Thomy zu Ihm nach Österreich geschickt, da er vor mir wieder am Boot sein wollte. Zusätzlich hatte ich hatte insgesamt 3 große Umzugskartons gefüllt mit fehlenden Sachen, die uns das Bordleben erleichtern sollten, von Deutschland aus via Gelber Post (DHL) auf die Reise gebracht. Paket Nr. 1 kam nach 2 Wochen total durchnässt und kaputt hier an. Ich hatte aber in weiser Voraussicht alles so verpackt das selbst ein Tornado dem Paket nichts anhaben konnte. Zur Info, der Inhalt war komplett Ok und sogar trocken!!! Die Pakete Nr. 2 und 3 kamen nach einer weiteren Woche aber in einem für uns normalen Zustand zusammen hier an. 

Ob man ein Paket nach Österreich oder Griechenland schickt ist preislich identisch. Weil innerhalb EU. Nach Griechenland dauert eine Sendung zwischen 2 und 3 Wochen.

 

01.02.2017

Für die nächsten etwa 6 Wochen hatte ich je nach Witterung, nach Lust oder Zeit meine Aktivitäten auf die Kernbereiche Regeneration (Schlafen), Kraftzufuhr (Essen und trinken), Wissens Erhalt (Lesen) und leichtem Training (Arbeiten am Schiff) gerichtet.

Richard und Evelin kümmern sich sehr gut um mich damit ich nicht verhungere oder verdurste. Da Sie einen Wagen habe, ist die Versorgung mit Lebensmittel hervorragend gelöst. Unter anderem, es gibt hier einige gute und große Supermärkte die alle im Bereich von Lefkas (ca. 15 Km entfernt) liegen.

 

Die durchgeführten Arbeiten kann man unter dem Punkt Technik nach lesen. Bis zum 16.03.2017 an dem die Bordfrau wieder kommt gibt es noch einiges zu tun......

 

16.03.2017

Endlich bin ich nicht mehr allein. Wäre ja schlimm wenn ich mich noch an das "alleine sein" gewöhnen würde. So jedoch geht es jetzt weiter mit den Anpassungen, Arbeiten und Aenderungen am Boot. Es gibt immer was zu tun. lassen wir den Rummel liegen... Geht aber nicht. Also auffie......

 


Diese Art zu Überwintern hat was. In einer Marina bist Du irgend ein Boot und doch nicht zu Hause. Am Steg war es eine Art Familie, nicht zu nah und doch immer präsent. Zumal der Kostenfaktor auch nicht von der Hand zu weisen ist. Das Beste war die Aussicht. Keine Masten von anderen Booten sondern das Panorama von Vlycho, Tranquill Bay und Kanal von Lefkas. Einmal gab es richtig was auf die Mütze und einige Male etwas heftigen Wind. Aber zu keinem Zeitpunkt Probleme mit der Haltekraft der Mooring Leinen. Also, sollten wir noch einmal hier im Ionischen Meer sein zur Winterzeit, ich glaube ich würde wieder hier überwintern.....

 

Weiter mit der Saison 2017.....