Winterlager 2018 - 2019

 

Wer hätte das am Anfang unserer Reise gedacht, dass wir doch eine recht lange Zeit in Griechenland verbringen. Ich kann Euch auch nicht sagen warum. Ist es der Zauber der Inselwelt, der Historie, der Menschen oder einfach der Griechischen Lebensart. Nur ein paar Km von Deutschland entfernt entfaltet sich unseren Augen eine ganz eigene Welt in der unsere Begriffe von Regelungen, Absprachen oder An- bzw. Einsichten keine Gültigkeit haben. Hat man mit Terminen dort zu tun gewöhnt man sich am besten den Zusatz (z.B.) 14:00 Uhr GMT an. Wobei hier nicht die Greenwich Main Time gemeint ist sondern die "Greek maby Time". Hat man sich das einverleibt, lebt es sich entspannter. Daneben gibt es natürlich noch eine ganze Reihe "Unterschiede" im Verhalten. Das zu beschreiben würde aber den Rahmen hier sprengen. Nur ein kleines Beispiel. An meinem ersten Tag in Deutschland bin ich in den ersten Minuten mit dem Auto natürlich direkt geblitzt worden. Ist einfach so. Hab mir wohl einige "griechische Unarten" angewöhnt. Aber es geht ja bald wieder zurück..... 

 

Ein kleiner Nachtrag, Herrenberg scheint ein für mich "gewitteriges Pflaster" zu sein. Am 01.02.2019 wurde ein weiteres "teures" Foto von mir gemacht. So langsam wird es Zeit dass ich nach Griechenland zurück komme.....

 



15.11.2018 - 20.11.2018

Heute geht es bei traumhaften Wetter Bedingungen an Land. Leichter Wind und Sonne pur. Wir haben uns nun zur Cleopatra Marina verholt, denn um 14:00 Uhr nimmt uns ein Kran auf und setzt uns ab.....  14:20 Uhr geschafft!!!!

Ohne weitere Probleme und sehr routiniert hat uns die Kran Crew an Land abgesetzt. Und hier beginnt der "schmutzige Teil" unserer "Auswasserung". Mit einem sehr starken Hochdruck Reiniger geht es den Seepocken und sonstigem Bewuchs an den Kragen. Aber zu unserer Überraschung gab es nur eine "Art brauner Schleim" am Rumpf gesprenkelt mit einigen Seepocken, die aber dem Hochdruck Strahl nichts entgegen zu setzten hatten. Wir haben eigentlich mit richtig viel Arbeit gerechnet, aber so, einfach wunderbar. Und nach dem "kärchern" blieb für uns tatsächlich nicht mehr viel zu tun. Und so hätten wir die Tage bis zu unserem Rückflug nach Stuttgart "Arbeitstechnisch" eigentlich in aller Ruhe angehen können. Aber......

Das Wetter verschlechterte sich in der Nacht zum 16.11 auf einen ausgewachsenen Sturm verbunden mit ausgiebigem Regen der unseren Standplatz in einen See verwandelte. Leider erwischte es ein Segelboot am Stadtkai in Preveza. Es sank. Nur das Heck schaute aus dem Wasser. Dieser "Kram" hielt bis zum 18.11 abends an. 

Und wenn ein Schiff, bewohnt, mehrere Tage an Land steht gibt es durch gute Vorbereitung kein Problem mit der Versorgung der "Bewohner". Wohl aber mit der Entsorgung der Rückstände!!!! Zu diesem Zeitpunkt waren bereits alle Toiletten und Dusch Häuser, bis auf das Haupthaus am Eingang, in den Winterschlaf versetzt worden. Das bedeutete für uns, Besuche dieser Facillties bei Wind und Wetter war nicht so prickelnd. Zumal die Alternative eben auch keine Alternative war.....

Am Morgen dem 20.11 kam dann unser bestelltes Taxi relativ pünktlich (morgens um 06:15 Uhr) und brachte uns direkt nach Preveza zum Zentral Busbahnhof. Um 07:00 Uhr ging es dann los Richtung Athen und jetzt lässt die ganze Anspannung der Vorbereitung nach. Wie zum Beispiel: Haben wir an alles gedacht? Klappt das alles? Alles sicher? Usw..... Ändern können wir aber jetzt nichts mehr. Gegen 14 Uhr, heute am 20.11, sitzen wir im Flieger und heben ab nach Hause...? Oder zu Besuch nach Hause? Manchmal frage ich mich wirklich wo mein Zu Hause ist. Bei mir ist es so, ich freue mich richtig. auf "mein Xanten" aber auch auf "Gabis Nufringen". Auf unsere lieben Freunde, auf die kleinen lieb gewonnenen Dinge und auch auf das entgegen gebrachte "wir haben Euch lieb und vermissen Euch" Gefühl hier. 

Ja, jetzt steht die SAVARNA dort neben hunderten anderen Schiffen und wartet auf die Rückkehr Ihrer "Bewohner". Hoffentlich habe ich an alles relevante zur "Einwinterung von unserem Schiff" gedacht. Ich gehe davon aus. Und ich weiß, sie scharrt schon wieder mit dem Propeller.....

 

 

20.11.2018 – 19.02.2019

Vielleicht noch eine kleine Geschichte aus dem Flieger unter der Rubrik was man all so erleben kann. Neben mir sitzt ein Grieche und im Laufe der Unterhaltung, die übrigens in sehr gutem Deutsch erfolgte, erzählte er mir auf die Frage "woher er so gut Deutsch könnte" sagte er mir: Meine Frau ist eine Deutsche! Ok sagte ich. Sein Zusatz brachte mich jedoch zum Schmunzeln denn er sagte in einem fast entschuldigendem Ton: Ich bin mit einer Schwäbin liiert. Spontan sagte ich zu Ihm: Ich verstehe Ihn, denn auch ich bin mit einer Schwäbin liiert. Die dann folgende Unterhaltung deckte gnadenlos die Unterschiede einer Griechischen-, einer Schwäbischen und einer Niederrheinischen Frau auf!!!! Es war herzhaft. Die Aussagen und das Lachen von uns. inclusive von Gabi.

Im Schwabenland wurden wir wieder sehr herzlich aufgenommen und haben die Einlieger Wohnung von Wolfgang und Claudia. Und mit dem Auto von Gabis Bruder ging es dann nach Xanten. Wir hatten dort für den 01.12.2018 einen wichtigen Termin. Ich habe mal 2 Bilder mit Blick aus unserem Wohnzimmer Richtung Dom eingestellt.

In Xanten haben wir dann kurzfristig beschlossen unseren „alten Hafen Hellevoetsluis“ zu besuchen. Diese Panorama Aufnahme zeigt den Hafen und weckte in uns jede Menge Erinnnerungen…..

Zur Zeit sieht es so aus dass wir noch bis Ende Januar in Xanten bleiben. Alle notwendigen Arzt Termine konzentriert, die Boot 2019 in Düsseldorf wartet ja auch noch. Und danach geht es dann zurück ins Schwabenland. Für mich geht es gehen den 15 Februar zurück nach Griechenland und Gabi wird dann gegen Anfang März auch wieder zum Boot kommen. Bis dahin heißt es warten aufs Christkind, Silvester mit Freunden hier genießen und vom Schnee träumen. Allen die hier vorbei kommen wünschen wir ein wunderschönes Weihnachtsfest, einen guten Übergang ins neue Jahr und ein gesundes 2019. Und für alle "Wasser Liebhaber" immer ne "Handbreit Wasser unterm Kiel und auch immer nen Fingerbreit Getränk im Glas".... oder heißt das "nen Fingerbreit Wasser unterm Kiel und ne Handbreit Getränk im Glas"? Bin mir da manchmal selber nicht so sicher. Ist aber eigentlich auch egal... Wichtig ist nur das Fahrt und Nachschub nicht stocken!!! 

 

So, jetzt mal im Telegrammstil. Die Boot 2019 ist Geschichte. Sehr viel gesehen, einiges erstanden, Freunde getroffen und so weiter. Dazu natürlich bei den Booten und bei erweiterter bzw. neuerer Technik mir Ideen und Anregungen geholt. Die beiden Charterstände, Scorpios und Meganisi, die beide in Nidri residieren, besucht und ein wenig gefachsimpelt. Aber auch wie jedes Jahr einen Tag mit den "Millinger Jungs" über die Boot gebummelt und dann in Xanten bei Wersinski ein paar Biere geschlürft. 

 

Dann am 29.01.2019 haben wir uns mit einem lachendem und weinendem Auge von unseren Freunden und der Familie in Xanten für weitere 2,5 Jahre verabschiedet und sind Richtung Nufringen ins Schwabenland gefahren. Unsere dortige Verwandschaft wartete ja bereits sehnsüchtig auf uns. Bei Wolfgang und Claudia haben wir jetzt unser Domizil bezogen. Und ich weiß ganz genau, die nächsten Wochen im Ländle werden einer angedachten Gewichtsreduktion stark im Wege stehen. Zusätzlich habe ich Komponenten die ich gekauft habe und diverses in 2 Umzugskartons gepackt und via Hermes auf den Weg nach Österreich gebracht. Thomy will diese beiden Kartons dann mit seinem Wagen mit nach Griechenland nehmen.

 

Am 09.02.2019 gab es sogar noch einen Griechischen Abend in Gärtringen bei Harry, Brigitte und Karina. Sie hatten uns eingeladen nachdem Sie alle drei bei uns an Bord waren und ein Stück mitgefahren waren. Das war doch mal eine klasse Aktion.....

 

Für mich ist nun der Flug gebucht. Am 19.02.2019 geht es von Stuttgart nach Athen. Und dann weiter via Bus nach Preveza. Dort wartet in der Cleopatra Marina unser "an Land stehendes Boot" auf mich mit der Notwendigkeit das Unterwasserschiff herzurichten. Eine Arbeit die niemand freiwillig macht aber letztendlich notwendig ist und auf dem Werte Erhalt dient....

 

 

19.02.2019

Yeap, ich sitz im Boot, freu mich tierisch und weiß doch ganz genau, mit 71 Jahren sollte man sich den ganzen Arbeitssche….. eigentlich nicht mehr antun. Aber zum Beispiel, nur den gewaschenen und vorbereiteten Rumpf von der Wasserlinie bis zum Rand polieren wollten die Jungs 1.000,- € haben. Einfach Wucher und schier unglaublich. Also hab ich alle anstehenden Arbeiten alleine gemacht. Doch halt, nicht ganz richtig. Am 19.03.2019 kam Hilfe. Und jetzt ging es auch flotter. Gabi war gekommen. Gab es jetzt mehr Druck oder Antrieb? Ich weiß es nicht. Egal, wir wurden jedenfalls fertig…

 

 

02.04.2019

Pünktlich morgens um 09:00 Uhr wurde unser Schiff abgeholt und es ging wieder dorthin zurück, wo ein Schiff hingehört und wofür es gebaut ist. Ins Wasser. Ein echt schönes Gefühl. Das Schiff sieht aus wie neu und vergessen sind all die Mühen bis zu diesem Moment… Es schwimmt

 

Und damit, ist das Thema Winterlager 2018/2019 Geschichte

 

 

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