Ab Constanza verlassen wir die Donau und fahren ins Schwarze Meer. Als wir uns dann in Richtung Balchik begeben war die Welt noch in Ordnung. Wir haben unseren Kurs abgesteckt und alle notwendigen Vorbereitungen erledigt. Jedoch kurz vor der Bulgarischen Grenze wurden wir auf Kanal 16 ohne Kommentar aufgefordert unseren Kurs auf 90 ° etwas mehr raus auf die See zu ändern. Bei einem Segler vorher hatten wir das über UKW bereits mitbekommen. Kannten aber nicht den Grund.

Etwas später kam für uns der Befehl 120 ° zu fahren. Auf meine Frage warum kam nur ein: YOU HAVE TO GO NOW!!! 120 °... Ok, wir sind dann etwas später langsam wieder auf unseren alten Kurs "abgedriftet", den wir wollten eigentlich noch im Hellen in Balchik, einem uns fremden Hafen, ankommen. Doch plötzlich wieder diese "Kanal 16 Stimme", nur mit 190 ° und der Zusatzinfo, von unserem jetzigen Punkt 10 Meilen weiter Offshore zu fahren. Unsere permanenten Rückfragen führten nur dazu das unser Kurs auf 150 ° geändert wurde und Schluss aus Ende.. Ach ja, Military Excercises sagte man uns dann doch.

Und vor allem die großen Pötte die immer wieder unseren Weg kreuzten oder einfach nur am Horizont vorbei fuhren hatten schon was "majestätisches". Es kam mir jedenfalls so vor.... Auf dem Weg nach Balschik begleitete uns 2 x eine große Schule von Delphinen. Ein Foto habe ich nicht aber eine Video Sequenz...




Hafen Balchik

Lange Rede, wir sind dann nach einem gefahrenen großem Bogen etwa gegen 22:30 Uhr im Hafen Balchik angekommen, im Dunkeln und zwischen Fischernetzen. Doch dort man hatte uns wohl schon auf dem Schirm, denn als wir in langsamer Fahrt in der Hafenbereich einliefen lotste uns ein Scheinwerfer an eine Pier. Hier nahmen 2 Beamte der Border Control unsere Papiere und erledigten die Einklarierung (Siehe den Punkt Ein- und Ausklarierung). Danach im Dunkeln zwischen Booten zu einem Anleger. Mit unserem Scheinwerfer eine Box versucht zu finden wo uns ein herbeigeeilter MA des Hafens anlegen half. Rückwärts in eine schmale Box, zwischen Schiffen mit Mooringleinen. Ein Anleger Bier und unsere inneren Systeme "runterfahren, dann war gegen 01:30 Ruhe im Schiff.

Wir sind noch einen zusätzlichen Tag im Hafen geblieben. Der Herrgott hat die Erde zwar in 7 Tagen erschaffen, von Eile und Hetze hat er jedoch nichts gesagt. Wir sind etwas durch den hübschen Ort gebummelt, Geld gewechselt usw. Und Abends dann ins Hemingway zum "Internetten" und gut war es. Morgen geht es ja weiter. 




Hafen Nessebar

Gegen 16:00 Uhr haben wir dann den Hafen erreicht. Freundliche Hilfe vor Ort, nett gelegen usw. Aber es wird zur Zeit der Hafen umgebaut bzw. erneuert. Es gab durch nicht richtig befestigte Schwimmsteiger doch eine "rege unterschiedliche Bewegung zwischen Steiger und Boot. Obwohl das Städtchen selber sehr schön war. Es lief dort in der Zeit vom 26.08.2015 - 30.08.2015 ein Europäisches Folkfestival, Wir haben uns das an dem Abend "herein getan" und waren begeistert ob der Darbietungen. Im Altstadt Teil waren für die Touries Stände alles Art aufgebaut. Was es dort zu sehen gab, an Ständen und Touries, war zwischen Klasse und grenzwertig. Also unsere Devise, auch hier einen Tag mehr geplant aber doch am nächsten Tag weiter...




Hafen Sozopol

Hier, nach dem Anlegen um 14:30, die erste richtige Marina in den letzten Wochen. Hier gab es keinen Unterschied zu den großen Marinas in Europa. Auch der Preis hier, all inclusive war für unser Boot mit 25 € sehr gut. Wir beschlossen nicht nur 1 Nacht sondern 2 Nächte zu bleiben. Das Städtchen ist zwar auch "touristisch" sehr gut besucht und stellenweise beschallt, aber man lebt ja nicht da... Es ist Teil des Bulgarischen Gold- und Sandstrandes.

Im dortigen ShipShop haben wir dann eine Alu-Gangway (2,45 m lang) zu einem super Kurs gekauft. Leider gab es die passende Halterung im Moment nicht. Unser Versuch mit Hilfe von "Locals" eine Halterung am nächsten Tag zu bekommen schlug fehl. Gangway einpacken und verstauen war somit die Devise. Abends noch im Ocean Place "bulgarisch Essen" war echt gut und günstig. Für uns hieß es dann am 29.08.2015 um 08:30 Uhr Abschied nehmen und raus nach Zarevo...


Hafen Zarevo bis Eingang Bosporus

Hier kamen wir um 13:30 an und wurden bereits von einem Hafen MA und einem "offiziellen" erwartet. Nur hier können wir ausschecken. Das das Wetter sowie die Aussichten super waren, kam bei uns der Gedanke auf: sollen wir nicht weiter fahren, direkt bis Istambul. Der Tatsache geschuldet, das es am Sonntag bis mindestens Dienstag "blasen" soll kam unsere Entscheidung wir fahren weiter nicht von ungefähr. Leider mussten wir, da wir gesagt hatten wir bleiben eine Nacht, noch den Hafen (etwa 15 €) bezahlen. Na ja, war eben so...

Jetzt also doch Ausklarieren und alles vorbereiten für die Nachtfahrt. Um 16:00 Uhr haben wir dann bei wolkenlosem Himmel und Sonne pur abgelegt. Am Anfang noch in relativer Küstennähe haben wir um 18:50 Uhr quer ab die Bulgarisch-Türkische Grenze passiert. Und "schaukelnd" ging es weiter. Unsere Hoffnung, etwas weniger Welle im Laufe der Nacht, bewahrheitete sich aber nur zögerlich. Nebenbei bemerkt, es war Vollmond und eine eigenartige Stimmung erfasste uns. Eigentlich schön...

 

Und so kam es, dass wir von der Nachtfahrt keine Bilder gemacht haben. Denn für uns kam jetzt der Bosporus...

 

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Fazit

Auch das schwarze Meer wird sehr stark von den "Einheimischen" genutzt. Wir haben aber auch viele andere Nationen gesehen. Dabei waren sogar Deutsche die hier segeln... Man kann es nicht mit den anderen großen Meeren in Europa (Ijsselmeer, Ostsee) vergleichen, dieses Meer ist irgendwie eigenständiger. Und auch geprägt durch seine Anrainerstaaten. Unser kurzer Besuch hier auf dem schwarzen Meer hat uns jedenfalls gefallen. Zumal auch die Bulgaren in das Schema der Menschen passte, denen wir bisher begegnet sind. Einfach herzlich und ehrlich.