Seit dem 30.08.2015 war die Türkei unser zu Hause und vom schwarzen Meer bis nach Fethije haben wir uns in diesem herrlichen Land wohl und sicher gefühlt. Haben das Land und eine Menge Menschen kennen und lieben gelernt. Doch wir wollen weiter, denn auf unserer Reiseroute liegen noch eine ganze Reihe von interessanten und bedeutenden Ländern. Von den letzten 3 Wochen in der Türkei werden Viktor und Claudia, 2 sehr gute Freunde von uns, 14 Tage gemeinsam mit uns verbringen. Danach noch auf den Beiboot Motor warten und wir werden dann wohl in Bodrum ausklaerieren. Das Kapitel Türkei ist damit beendet. Unter anderen Vorzeichen, zum Beispiel für einen Kurztrip werden wir dieses Land sicher noch einmal besuchen...



10.05.2016 - 30.05.2016

 

AliBaba Bozukkale Bucht

Nach der Übernahme des Beibootes mit einem ersten Rudertest durch Viktor, geht es nun bei herrlichem Wetter raus auf die Türkische Ägäis. Unser erstes Ziel heute haben wir bei heftigem Wind gegen 17:00 Uhr erreicht. Da wir hier bereits in der Vergangenheit einmal waren, kannten wir die Gepflogenheiten (anlegen mit Hilfe kostenlos, aber Essen im Restaurant) hier. Bei unserem letzten Besuch in der Hauptsaison gerade mal einen Platz ergattert und jetzt, einige wenige Schiffe und somit auch eine eingeschränkte Speisekarte.

Viktor und Claudia sind rauf zum Castle gewandert und haben die herrliche Aussicht von dort genossen. Zum Abendbrot bekamen wir dann für 222,- TL Vorspeisen, Hauptgericht und Getränke für 4 Personen. Claudia bestellte sich einen gegrillten Fisch, der aber so gerade als "noch nicht zu trocken" durchging. Alles andere war OK. Ich wollte später an Bord bei einem Absacker noch eine Shischa rauchen, hab aber das Glas zerdeppert. Gegen 21:30 Uhr haben wir das Schiff etwas wegen dem Wind verlegt. Unsere Steg Nachbarn, Segler, sagten uns, draußen sei es heute 7-8 Bft gewesen und egal was wäre, wir sollten unbedingt in der Selimiyje Bucht den Steiger vom Restaurant Aurora besuchen. Als unser nächstes Ziel haben wir uns dann aber zuerst das Restaurant

 

Octopus Sögüt Bucht

ausgesucht. Wobei auch hier kostenloses Anlegen aber Essen im Restaurant angesagt war. Bereits gegen 15:45 Uhr waren wird dort und haben bei heftigem Seitenwind mit dem Heck zum Steg und Moorings angelegt. Wir mussten aber auch feststellen, das Beiboot lose mitgeführt, stört extrem beim Anlegen!!  Die Crew sprach danach sofort von einem "großen Hunger und kleinem Vesperle" welches dann auch umgehend in die Wege geleitet und arrangiert wurde. Bemerkenswert war nur, es wurde jetzt bereits vom Abendessen gesprochen. Viktor und Claudia nutzten die Zeit zu einem kleinen Spaziergang. Mit 275 TL schlugen Essen und Getränke (für 4 Personen) wieder nur sehr moderat zu. Mit ein wenig chillen, spielen und klönen ging auch dieser Tag zu Ende. Nicht ohne vorher uns für

 

Aurora Selimiyje

entschieden zu haben. Wir waren sehr gespannt ob der enthusiastischen Ankündigung der Segler Crew in AliBaba Bucht. Bereits um 15:00 Uhr haben wir angelegt mit starker Beteiligung vom Wirt Hüseyin und einem Bediensteten. Wobei sich Hüseyin bei den Kommandos kompetent beteiligte. Viktor und ich besuchten eine alte Werft (etwas länger) und die Mädels (etwas kürzer) die Gegend. Wir haben uns dann im Aurora wieder getroffen, wobei die Mädels sich die Zeit mit "diversen Hopfen Kaltschalen" verkürzt hatten. Mit der Segler Crew später dann gemeinsam an einem Tisch zu Abend gegessen, wurde es ein kurzweiliges Unterfangen. Die Speisen waren ausgezeichnet, schlugen für aber mit 404 TL zu Buche. Über den Rest des Abends schweigt des Sängers Höflichkeit.

Wetter bedingt blieben wir einen weiteren Tag hier. Dieser wurde mit einkaufen (Viktor und ich), Joggen (Viktor und Claudia), chillen (Gabi und ich) sowie mit Rummikub (alle) ausgefüllt. Bis der Hunger uns wieder ins Restaurant rief. Eingedenk der letzten Rechnung entschlossen wir uns für mehr Vorspeisen und nur 2 Haupt Gerichte. Was sich aber sofort im Preis niederschlug. Diesmal waren es nur 281 TL.

Beim Abendlichen Sundowner beschlossen wir dann

 

Knidos

an der Spitze der Datca Peninsula zu besuchen um die dortigen Ausgrabungen uns wenigsten anzusehen. Gegen 19:15 Uhr erreichten wir Knidos und konnten seitlich mit dem Bug im Wind anlegen. Da es schon sehr spät war wurde beschlossen, sich sofort zum Essen ins Lokal zu begeben. Das Essen war qualitativ ok, aber auch hier etwas in der Auswahl eingeschränkt, was wohl der frühen Saison geschuldet war. Der Preis wiederum war für uns 4 mit 240 TL incl. Trinkgeld und freiwilliger Hafengebühr Ok.

Nach dem Essen, so gegen 22:00 Uhr setzte der angekündigte Sturm ein. Und eigentlich nicht erwartet, an dem kleinen Steg hat sich ein Boot losgerissen und ein weiteres hatte frühzeitig abgelegt (weil es wohl viel zu dünne und zu wenig Leinen hatte) und sich in die Bucht verkrümelt. Ein großes Motorboot versuchte 1,5 Std. lang seinen Anker einzugraben und Land Leinen mit einem Beiboot aus zubringen. Bei allen anderen, inclusive uns waren es 4 Boote, wurde alles an Leinen was jeweils vorhanden war, möglichst lang ausgelegt. Unser Boot tanzte wie wild und ich fühlte mich wie in dem Film, der mit dem Boot tanzt. Ich bin dann Wache gegangen bis es gegen 04:30 Uhr ruhiger wurde und ich mich schlafen legen konnte.

Viktor und Claudia haben dann morgens auch noch die Ausgrabungen direkt besucht. Wobei wir uns die sichtbaren Areale vom Schiff aus angesehen haben. Als nächstes Etappenziel stand nun

 

Yedi Adalar

die 7 Inseln auf dem Programm. Für uns hieß das Selbstversorgen (Angeln, aber ohne Erfolg) und Ankern. Den ganzen Tag über hat es gerechnet (geschüttet) und alles grau in grau. als wir jedoch gegen 18:00 Uhr ankerten, klarte das Wetter etwas auf um nach dem Abendessen an Bord (Köfte und Salat) uns erneut mit Regen zu "verwöhnen". Alle unsere Angel Versuche endeten an diesem Abend ohne Erfolg. Am nächsten Morgen wollte Viktor es wissen und stand bereits um 06:00 Uhr mit der Angel bewaffnet auf dem Vorschiff. Seine Versuche endeten auf hier mit der Gewissheit, er (wir) macht etwas falsch. Ein vorbei kommender Fischer beendete unsere "Fisch lose Zeit"und wir konnten bei Ihm 4 frisch gefangene Fische (1 gutes Kg) zum Preis von 50 TL erstehen. Viktor hat diese dann ausgenommen und zum Verzehr vorbereitet. So um 12:00 Uhr hieß es dann Anker auf um geplant zur

 

Sedir Adasi (Kleopatra Insel)

zu fahren. Bedingt durch eine Reihe von Güllets, sonstiger Anker Lieger und extrem offen für Winde entschlossen wir uns weiter zu fahren. Zumal dort nichts außer eben die Tages-Touristen waren. Kurzfristig wurde als nächstes Ziel

 

Degirmen Bükü

ausgesucht. Wo wir dann auch gegen 17:30 Uhr ankamen. Auf unserem Grill wurden die Fische gegrillt und "mit an Bord vorhandenen Beilagen und Champagner" verzehrt. Bei sternenklarem Himmel ging auch dieser Abend zu Ende. Am nächsten Morgen, bei wunderbarem Wetter waren beide ausgelegten Angelschnüre verheddert. Also wieder nichts mit selbst gefangenem Fisch. Da etwas mehr Wind angesagt war, ging der Anker bereits um 10:15 Uhr auf und wir nahmen Kurs auf

 

Cökertme Koyu

wollten. Ein sicherer Platz für den angekündigten Wind. Da der Wind jedoch immer stärker wurde und auch direkt in den Gökova Gulf blies, wurden auch die Wellen immer höher. Mit unserem Motorboot, den Wellen quer ab wurde uns die Schaukelei und das Stampfen irgendwann zu viel. Also musste ein neues Ziel her. Wir entschieden uns für die neue, noch nicht offiziell eröffnete 

 

Ören Setur Marina (17.05.2016)

Wir hatten aber gehört man kann die anlaufen und alles sei OK, aber so wie wir sie vorfanden, fehlt eigentlich nur noch die Eröffnungsfeier. Sehr nettes Personal, hervorragende Facillities und Anlege Steiger mit Mooring Leinen in einem tadellosen Zustand. Und dabei zu Kosten, die jede Bord Kasse schonen.

Nach reiflicher Überlegung und den anstehenden "Wind Tagen" entschlossen wir uns hier zu bleiben, da Viktor und Claudia ja sowieso von Bodrum aus den Rückflug gebucht hatten. Wir haben uns ein Türkisches Abendessen zubereitet und an Bord in aller Ruhe gegessen. Mit Rummikub, einem Spiel und Klönen ging auch dieser Abend zu Ende.

Am nächsten Morgen, dem 18.05.2016 früh (08:00 Uhr) raus und via Dolmus nach Bodrum. Auf der Hinfahrt ging es über Milas (32 TL für alle) nach Bodrum (32 TL für alle). Bodrum zwar schön anzusehen aber es ist eine Touristen Stadt. Nix so richtig was für uns. Sind dann um 17:00 Uhr mit dem Direktbus von Bodrum nach Ören (32 TL für alle) zurückgefahren. Haben dann dort auf der Promenade noch ein Bier getrunken und sind danach zum Schiff gegangen. Mit etwas Klönen war dann gegen 23:30 Uhr Ruhe im Schiff.

Heute, am 19.05.2016 ist der letzte Tag für die Beiden an Bord. Die morgendlichen normalen Aktivitäten und zusätzlich das Taxi für die beiden bestellt, jetzt war der Weg frei für Viktor und Claudia den "Hausberg der Marina" zu besteigen. Immerhin knapp 500 m hoch und mit einer Startrampe für Gleitschirmflieger. Danach musste Viktor noch Joggen gehen und gegen 19:00 Uhr waren wir dann alle "Stadtfein" hergerichtet. Wir wollten heute noch einmal gemeinsam in einem Türkischen Restaurant Essen gehen. Gefunden haben wir ein kleines nettes Türkisches Esslokal. Wir waren die einzigsten Touries hier. Es gab keine Speisekarte sondern eine Gabel zum Probieren und Viktor musste sogar in die Küche um seine Kalmares zu begutachten. Alles in allem, Essen und Getränke incl. Raki für 4 Personen, waren sehr Kosten günstig. Durch das Wandern und Joggen waren die Beiden aber ziemlich müde und gingen für die letzte Nacht zeitlich ins Vorschiff. 

Der 20.05.2016 ist angebrochen. Rest einpacken, frühstücken und sich verabschieden, denn um 07:00 Uhr steht das Taxi vor der Türe und es heißt "Tschö" zu sagen....    Hey Ihr beiden, es war schön mit Euch. Bis zum nächsten mal bei uns an Bord...

 

Wir sind wieder alleine. Noch die Wäsche waschen, umräumen, aufräumen, putzen, alles was man so macht, steht jetzt an. wir beide sehen uns an und denken wohl: "Es war klasse. Jetzt haben wir uns gerade an die Zwei gewöhnt und weg sind Sie..".

Für uns geht es jetzt weiter mit unserer Reise und den anstehenden letzten Tagen in der Türkei.

 

25.05.2016

Bedingt durch heftigen Wind aus westlichen Richtungen blieben wir noch bis jetzt in der Ören Setur Marina. Preis Leistung hier wesentlich besser als in Bodrum, wo für uns eine Übernachtung mit annähernd 100 € zu Buche schlägt. Aber jetzt geht es los. Der Wind hatte auf Ost gedreht und war sozusagen mit uns. Jedoch auf halber Strecke drehte er wieder auf West und so wurde es statt fahren eben Pflügen..... Aber irgend wann kamen wir dann in Bodrum an und entschieden uns zuerst einmal in der Gümbet Koyu Bucht zu ankern um die Ausklarierungs Aktivitäten zu erfragen. Am

 

26.05.2016

verhieß uns der Wetter Forecast jedoch Stark Wind aus nördlichen Richtungen für die nächsten 3 - 4 Tage ohne Ende. Also haben wir uns in die Anchorage Area vor Bodrum verholt um hier abzuwettern. Und jetzt kam ein kleines Problem. Unser Anker machte alles, nur erfüllte er nicht seine Aufgabe, "nämlich zu halten"! Ein Bodrumer "Ureinwohner", angestellt auf einem großen Motorboot half uns. Als er jedoch unseren Anker sah und unsere Kettenlänge erfuhr lachte er und sagte zu uns: "mindestens 100 m Kette und 25 Kg Anker alles andere ist "Problem"". Also weitere 50 m Kette gekauft, einen 25 Kg Delta Anker geordert (der am Montag kommt), alles notwendige Zubehör mit seiner Hilfe an Bord "gekarrt" und eingebaut. Und, jetzt hielt das alte Grundeisen. Aber mit 80 m Kette!!!. 

Wir haben noch einen Tank für das Beiboot geholt und alles sauber angebracht. Jetzt steht dem Ankern in Buchten nichts mehr entgegen. Und wir fühlen uns sicher.

Allerdings die ersten "Beiboot Fahrten" waren für Außenstehende schon "sehenswert". Die Geschwindigkeits Einstellung reagiert nicht so sensibel wie ich dachte und so wurden die Fahrten so etwas wie "Pferde reiten".

Aber alles wird und wurde gut. Ich war dann noch bei den Behörden um die Ausklarierungs Formalitäten zu erfragen. Die Beamten konnten kein Englisch und ich kein Türkisch. Jedoch gab es dort einen Türken der Nederlands beherrschte und so konnte ich die notwendigen Informationen erhalten. 

Wir liegen vor der Diskotheken Meile. Aus jeder Box dröhnt andere Musik, die sich auf dem Wasser entsprechend verbreitet. Und ich muss sagen, die Bässe hauen rein! Es war irgendeine "moderne" Bum Bum Musik und nicht so richtig zuzuordnen. Bin aber auch vielleicht out....

Am Montag kommt dann der Anker und danach (in Abhängigkeit vom Liefertermin) klarieren wir aus und verlassen die Türkei mit schönen Erinnerungen im Gepäck...

 

30.05.2016

 

Der letzte Tag in der Türkei ist angebrochen. Wir haben um 12:30 Uhr am Zollsteiger in Bodrum angelegt. Jetzt kommen die amtlichen Formalitäten dran. Zuerst sah es aus als benötigten wir keinen Agenten für die ganzen Behördengänge. Aber dann...... siehe Aus- und Einklarierungen unter dem Punkt Türkei Ausklariert)

 

Es ist jetzt 15:00 Uhr und nach einem "Besuch" im Duty Free Shop und beladen mit diversen "Versorgungsgütern" ging es dann zum Schiff. Die allerletzte Aktion in der Türkei hieß dann Ablegen. Nun noch die paar Seemeilen durch die Türkischen Gewässer und das Kapitel Türkei ist beendet!