Überfahrt Griechenland nach Sizilien ab dem 06.10.2019

 

Es ist soweit. Die letzten Tage fuer uns hier in Griechenland sind angebrochen. Nach der Verabschiedung in Nidri und in Lefkas, vorgestern und gestern bei sehr guten Freunden, sind wir heute Morgen echt um 11:11 Uhr in Lefkas  durch die Brücke Richtung Korfu aufgebrochen….

Vor uns liegen nun etwa 600 SM. 3 Jahre insgesamt hatten wir eigentlich für unseren gesamten Europatörn geplant. Davon wollten wir 1 Jahr in Griechenland bleiben. Aber es wurden dann doch die besagten 3 Jahre. Warum wohl....

Eigentlich ganz einfach. Die Lebensart, die Menschen, das Klima, einfach alles hat uns angesprochen. Dazu die "interessante Art" mit Vorschriften umzugehen, die häufigste griechische Zeitangabe: Greek maby Time genannt usw.... Für mich hat das alles einen Touch von "individueller Freiheit". Wir haben auf unserer Reise viele Menschen aus aller Herren Länder kennen gelernt. Durch diese Jahre hier in Griechenland sind uns natürlich eine ganze Reihe Einheimischer, Langzeit Wassersportler, Hafenmeister, Charter Firmen, Ship Chandler usw. sowie auch "eingemeindete Bewohner diverser Länder" ans Herz gewachsen bzw. es sind richtige gute Freundschaften daraus entstanden. Dazu die öfter besuchten Tavernen mit specials nur für uns, Genuss pur. Es gab schon jede Menge Tränen bei den vielen Abschieden.....

Und allen diesen Menschen möchten wir ein herzliches Danke sagen für 3 Jahre angefüllt mit so vielen wunderschönen Momenten und Erlebnissen. Und natürlich auch Gast sein zu dürfen in diesem Land.....

 

Danke für alles....

 



06.10.2019

Bei ruhigem Wetter haben wir um 11:11 Uhr in Lefkas die Brücke Richtung Korfu passiert. Leichter Wind aus Ost und demzufolge eine entsprechende Welle haben uns die ersten Meilen begleitet. Jedoch nur bis wir die Einfahrt nach Preveza passierten. Da hatten Wind und Wellen genug Zeit uns zu sagen: „Hey, nix mit weggehen. Hierbleiben ist angesagt!!“. Aber in Abdeckung vom Land wurde es dann später wieder ruhiger. Nach etwa 55 SM haben wir gegen 18:30 Uhr in der Ormiskus Valtou gegenüber Corfu in einer total abgeschlossenen und sicheren Bucht den Anker geschmissen. Nun war es amtlich. Wir waren echt unterwegs!!! Am…

 

08.10.2019 ging es dann weiter. Unser erster Plan war die Insel Nisos Erikoussa. Aber durch die moderaten Wind und Wellen Verhältnisse sind wir dann weiter zur Insel Nisos Othini gefahren. Und auch dort waren die Verhältnisse für unser Boot echt noch OK. Inzwischen ging die Sonne unter als wir die Entscheidung trafen doch einfach weiter zu fahren. Wir wären dann am nächsten Tag vormittags in Italien gewesen. Nach etwa 60 SM dann das….

 

Unser Plan war eigentlich gut aber Wind und Wellen unternahmen einen letzten verzweifelten Versuch uns von unserer Reise nach Italien abzuhalten! Zuerst wurde es ungemütlich und dann doch gefährlich. Wir konnten inzwischen die Wellen nicht mehr erkennen um zu agieren sondern nur noch reagieren. Irgendwann gab es für uns nur noch die Entscheidung umzukehren, solange es noch geht. Also zurück nach Nisos Othoni. Dort allerdings, bei hohem Wellengang auflandig und der entsprechenden Brandung in einer Bucht voller Steine, unbeleuchtet und fremd, gab es die einzigste Möglichkeit halbwegs sicher ankernd die Nacht zu verbringen.

Und es wurde eine Nacht! Schwell ohne Ende und dazwischen die kurzen knackigen Wellen. Zusätzlich unsere Sorge hält der Anker. Denn in dieser Steinwüste war es nix mit Einfahren! Gott sei Dank ging alles gut und morgens bei Licht betrachtet, sahen wir wo und wie wir ankerten. War schon „interessant“….

Da das Wetter in den nächsten Tagen aber heftiger werden sollte, haben wir kurzfristig beschlossen am

 

09.10.2019 morgens in der Frühe die Insel Nisos Erikoussa anzulaufen. Denn nur dort konnten wir vernünftig abwettern.

Ein fast neuer Hafen, mit Strom und neuen Wassersäulen (in der Nachsaison aber abgestellt), belegt von ein paar anderen Booten, die wie wir auf eine Weiterfahrt warteten. Gabi schloss sofort mit einigen kleinen Katzen Freundschaft. Wobei glaube ich die Katzen sich die Leute aussuchen und nicht umgekehrt.

Abends am 11.10 sagte der Wetterbericht für den nächsten Tag für uns moderate Bedingungen voraus. Also morgens dann, am

 

12.10.2019 mit dem ersten „Büchsenlicht“, ging es für uns raus mit dem Ziel  S. Maria di Leuca an der Stiefelhacke in Italien. Na ja, wie das so ist mit einem solchen Motorboot auf offenem Wasser, das bekamen wir sehr bald zu spüren. Wir mussten zwischenzeitlich ganz schön den Wellen gehorchend die Kurse ändern. Aber alles ging gut. Wir legten wir nach knapp 68 SM um 17:45 Uhr vor einem Fischer, nach Rücksprache mit Ihm und am Trawler Steg an. Sofort kamen 3 Fischer vom Boot und halfen uns beim Anlegen an diesem hohen Kai. Wir waren in Italien…

Einige Dosen Mythos wechselten den Besitzer und gut war es. Es kam noch ein kleines Fischerboot der sich mit uns auf Deutsch unterhielt. Auch er bekam Mythos als „universell einsetzbare Anlege und Sprachenhilfe“.

Später jedoch kam plötzlich die Port Police und wollte uns in den Hafen schicken. Wir lagen ja bei den Fischern und hatten uns ja auch noch nicht einmal angemeldet! Aber mit ein wenig Unterhaltung, Sie wollten wissen woher und wohin, wie viel Personen an Bord usw… sagten Sie uns höflich, wir dürfen hier bleiben, wenn wir morgens früh wieder weiter fahren würden. Aber das war ja eh unser Plan. Und Wetter-technisch sah es auch gut aus. Am nächsten Morgen, dem

 

13.10.2019 etwa gegen 07:00 Uhr, noch  etwas müde, war das Starten der Maschine angesagt und raus aus dem Hafen. Vor uns lagen knapp 80 SM Wasser von der Italienischen Hacke bis zur Sohle nach Cortone. Es wurde eine relativ ruhige Fahrt mit einigen „vorwitzigen Wellen“, die es wohl nicht lassen konnten uns etwas zu ärgern. Aber alles gut und um etwa 19:00 Uhr haben wir dort im Hafen auf Anweisung festgemacht. Lt. den diversen Wetterinformationen sollten die weiteren Aussichten für uns noch einige Tage stabil bleiben so dass wir uns in jedem Fall etwas sputen wollten um nicht irgendwo warten zu müssen….. Da wir in der Regel immer nur morgens frühstückten und zwischendurch mal ein paar Kleinigkeiten zu uns nahmen, hatte Gabi da ein paar Möglichkeiten entwickelt, damit wir die Nacht nicht hungrig im Bett lagen. Dem Durst kamen wir mit einigen uns wohlbekannten „Dosen Tricks“ sehr gut bei… Inzwischen dann am

 

14.10.2019 morgens um (wieder einmal) 07:00 Uhr, ging es knapp 62 SM weiter Roccella. Dort waren wir so gegen 18:00 Uhr im Hafen. Für uns ging es erst einmal nicht weiter. Denn Wind und Wellen machten es für zur Zeit  unmöglich sicher weiter zu kommen. Na ja, es gibt immer was zu tun, und wenn es auch mal „nichts“ ist. Am

 

18.10.2019 um 07:12 Uhr (wir hatten es wohl mit dieser frühen Uhrzeit….) konnten wir den endlich weiter. Endlich um 19:30 Uhr erreichten wir dann nach fast 90 SM Cartania. Somit Ziel Nr 2 in Sizilien war erreicht. Zu unserem Leidwesen sind jedoch die Freizeithäfen im großen Industriehafen mit all seinen riesen Pötten und Fähren integriert. Alle Funk und Telefon Versuche blieben unbeantwortet. Inzwischen stockdunkel, haben wir uns durch den gesamten Hafen getastet um irgendwo anzulegen. Gegen 22:00 Uhr haben wir dann eine Ecke in einen „Hafen“ gefunden und dort konnten wir eine Lücke ausmachen. Auf mehrmaligen Rufen reagierte ein Engländer, der an seinen Anlege Leinen werkelte. Er half uns dann mit „interessanten Mooring Leinen“ beim Anlegen. Nachdem wir fest lagen kam dann ein Marinero, aber nicht zum helfen sondern zum kassieren! Egal, wir lagen todmüde aber endlich fest am Steg. Was wir jetzt erst bemerkten, in ziemlich ekeligem Schwell. Was soll es, war ja nur für eine Nacht. Dann der

 

19.10.2019 Es war diesmal jedoch bereits 06:54 Uhr als wir die Leinen loswarfen. Gott sei Dank war das Wetter immer noch Ok als es hinaus ging. Vor uns lagen etwas weniger als 60 SM, allerdings um 2 Capes herum. Die Wellen Bedingungen dort sollten auf Grund der aktuellen Wind und Wellenrichtung (unterschiedlich) wahrscheinlich wohl etwas „hügelig“ werden. Na ja, so richtig wussten wir es nicht. Aber wider Erwarten war alles super und wir erreichten die Marina Marzamani abends gegen 19:00 Uhr. Zuerst sah es nach einem „schwelligen Platz“ aus. Dann jedoch entpuppte sich der Hafen als ein Kleinod. Sehr freundliche Leute und ein richtig schönes Städtchen. Auch die Hafen Gebühr hielt sich in Grenzen….. Die Wetter Informationen sprachen davon, dass es in den nächsten Tagen ungemütlich werden sollte. Also war fort an unsere Devise Meilen machen. Der nächste Tag, der

 

20.10.2019 bescherte uns echt gutes Wetter. Wir verließen den Hafen gegen 07:30 Uhr. Nach 38 SM legten wir bereits um 14:15 Uhr in Ragusa in der dortigen Marina an. Der erste Eindruck, riesengroß, alles weiträumig gebaut, modern usw. Die Stadt war knapp 3 Km vom Hafen entfernt. Die gastronomischen Betriebe hatte man optisch sehr schön und gut erreichbar zum flanieren, um den Hafen herum angesiedelt. Die Preise in der Nachsaison im Gastronomie Bereich, echt heftig. Ein Bier 0,33 Ltr kostete 5 €. Aber es war für uns ja nur 1 Tag… Die letzte Etappe zu unserem Winterliegeplatz lag nun vor uns. Am

 

21.10.2019 morgens um 06:49 (!!!) nahmen wir uns die knapp 40 SM zur Brust. Die Wellen erreichten inzwischen 1,5 m aber die Frequenz lag bei 5 – 6 Sekunden. Der Wind frischte auf lebhafte 4 – 5 Bft auf. Aber alles gut und im Rahmen. Um 12:30 Uhr erreichten wir Licata und bekamen unseren Platz zugewiesen. 2 Marineros halfen beim Anlegen und versorgten uns mit den ersten Informationen. Ziemlich genau um 13:00 lagen wir dann fest. Nachmittags dann im Büro anmelden, bezahlen und erst einmal nichts tun. Das Bierchen aber auch der Wein schmeckte sofort ausgezeichnet.

 

 

 

Geschafft!!!!!

Nach „alles in allem“ ca. 600 SM ausgehend von Nidri am 06.10.2019 um 11:11 in Griechenland hat die SAVARNA und wir am 21.10.2019 gegen 13:00 unser Winterlager auf Sizilien in Licata erreicht.

Auf diesem speziellen Törn hatten wir alles dabei. Rock'n Roll, Lambada, Blues und Walzer. Und zwei Male auch alles zusammen. Einmal war sogar Umkehren das Gebot der Stunde. Aber letztendlich verlief dieser Törn entsprechend unseren Erwartungen, wie alle unsere bisherigen Törnteile, echt gut.

Die Hafenpreise hier in der Nachsaison reichten für unser Boot (12,74 m) von bescheidenen 24 € bis hinauf zu 45 € alles inclusive. Wir haben pro Stunde zwischen 6 und 12 Lt. Diesel je nach Wind und Welle verbraucht. Und es waren ca. 450 Ltr. Diesel die wir auf diesem Überführungs Törn verbraucht haben.

Jetzt, nach mehr als einer Woche wo wir hier im sicheren Hafen sind, gab es bereits mehrere Tage mit Sturm und heftigsten Gewittern. Ganz ehrlich, wir sind inzwischen „sau froh“  dass wir in dieser Jahreszeit so gut und relativ problemlos nach Licata  durchgekommen sind.

 

Und all diejenigen von Euch, die uns verabschiedet und uns Glück sowie alles Gute für unseren Trip gewünscht haben, die uns auf Marine Traffic "verfolgt" haben und auch einfach allen interessierten Freunden ein herzliches Danke. Es tut gut Euch bei uns zu wissen.... Wir halten Euch weiter auf dem Laufendem über

 

                                                 ….. einen Sizilianischen Winter …..