Weiter unten eine Kartendarstellung sowie einige Daten zur Donau. Als Datenquelle habe ich Wikipedia herangezogen.

 

Die Donau ist mit einer mittleren Wasserführung von rund 6855 m³/s und einer Gesamtlänge von 2857 Kilometern nach der Wolga der zweitgrößte und zweit längste Fluss in Europa. Seine Quellhöhe ist 1.078 m (ü.NN) (bzw. 680 m (ü.NN)). Der Strom entwässert weite Teile Mittel- und Südeuropas. 

Er verbindet als Wasserweg sehr heterogene Kultur- und Wirtschaftsräume und durchfließt dabei zehn Länder – so viele wie kein anderer Fluss auf der Erde. Die Donau führt ihren Namen ab der Vereinigung zweier Quellflüsse, der Brigach und der größeren Breg, die beide im mittleren Schwarzwald entspringen. Sie durchquert drei große Beckenlandschaften: das nördliche Alpenvorland und das Wiener Becken (Oberlauf), die Pannonische Tiefebene (Mittellauf) und das Walachische Tiefland (Unterlauf). Die trennenden Gebirge durchschneidet sie in Engtälern, deren bekannteste Abschnitte der Donaudurchbruch bei Beuron, die Wachau, das Durchbruchstal von Marchfeld und das Eiserne Tor sind. Der Strom mündet in dem ausgedehnten Donaudelta in das schwarze Meer.  Schiffbar sind insgesamt 2.655 km. Davon sind mit 2.414 km auch schiffbar für große Güterschiffe (zwischen Kelheim und Sulina).

Interessant ist noch, die Kilometrierung beginnt bei 0 an der Mündung und endet bei Km 2.888,7 bei Donaueschingen nach dem Zusammenfluss der beiden Quellflüsse. Das Rechte- (RU) und das Linke Ufer (LU) dagegen werden in Fließrichtung bezeichnet.

 

Nachtrag:

Als Ziel hatten wir eigentlich der Donau bis zum Delta zu folgen aber die Wettersituation zwang uns einen anderen Weg auf. Durch die anhaltende Trockenheit war die Donau an manchen Stellen nur noch bis zu "0,8 m tief". Jedesmal wenn wir irgendwo angelegt hatten kam die nächste Warnung. Auf dem Rumänischen Teil der Donau kam dann unsere Entscheidung nicht das Delta sondern den Donau Schwarzmeer Kanal zu nehmen. Wir mussten bereits die Donau bei KM 372 verlassen um in den Borcea Arm zu wechseln. Bei Donau KM 240 kamen wir dann bei Giurgeni auf die Donau. Nun mussten wir noch bis KM 299 zu Berg über die Donau nach Cernavoda fahren. Und das in einem Tag. Ab hier dann über 2 Schleusen und dem Kanal nach Constanza.... Aber weitere Informationen im "Rumänischen Teil der Donau".....

 



Da die Donau, zumindest der von uns schiffbare Teil, etwa 2414 km lang ist, habe ich den einzelnen Ländern eigene Kapitel gewidment.....

1. Der Deutsche Teil

2. Der Österreichische Teil

3. Der Slowakische Teil

4. Der Ungarische Teil

5. Der Serbische Teil

6. Der Rumänische Teil



1. Der Deutsche Teil der Donau, vom 06.07.2015 - 11.07.2015,

bzw. der für uns schiffbare Teil ist 211 Km lang. Er geht (für uns) von Kelheim bei Km 2414,7 bis zur Schleuse Jochenstein bei Km 2.203. Wobei von Passau bis zur Schleuse Jochenstein die Donau die Grenze zwischen Deutschland und Österreich bildet. Da wir auch hier nur auf Grund der Größe des Bootes nur in einigen Marinas festmachen können, ist das Suchen nach einem Platz und diesen Ort wollen wir gerne näher kennenlernen nicht immer so einfach unter einem Hut zu bekommen.

Die Marina Saal in Kelheim, für uns die erste auf der Donau, ist eine mit allem Notwendigen ausgerüstete große Marina. Die folgende, die Marina Regensburg bei den Stegfreunden Regensburg ist alleine die Anfahrt schon sehr "tricky", eng und voller Strömung. Die Leute dort, wie auch in der Marina Saal, verdienen sich in jedem Fall eine 1! Als nächste Etappe kam dann für uns der MMYV Landhut in Frage. Doch als wir dort waren, einfach zu klein. Also weiter nach Vilshofen. Wir haben dort einen Platz reservieren lassen und sind mit 17 - 18 km die Donau herunter gerauscht. Auch hier die schmale Einfahrt in der starken Strömung und direkt danach rechts, schon etwas heftig...  Aber ein paar Bierchen mit dem Hafenmeister und netten Leuten vor Ort, so kann man den Tag ausklingen lassen.

Am nächsten Tag kamen Christoph und Monika aus Landshut zu Besuch. Es wurde ein richtig netter Abend, den wir nach dem Essen gehen auch an Bord haben ausklingen lassen. Und für uns dann, Ruhe im Schiff. Am nächsten Tag dann weiter nach Passau in den Hafen Heiming. Und Passau, eine wunderschöne und vor allen Dingen Touristisch angehauchte Stadt mit allem was man so erwartet. Unsere Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt!! Und nun die Schleuse Jochenstein, hier beginnt der Österreichische Teil der Donau....




2. Der Österreichische Teil der Donau, 11.07.2015 - 18.07.2015,

geht von Passau bis zur Slowakischen Grenze und ist 357 Km lang. Jedoch liegen einige der schönsten Donaustrecken auf dem Österreichischen Gebiet. Der Nibelungengau, die Wachau, Weinberge, Klippen und sehr enge Durchfahrten sowie die Schlögener Schlinge, eine 180 ° Wendung vom Donauverlauf, um nur einige zu nennen. Daneben wird die Donau auf Österreichischem Gebiet noch durch 9 Schleusen unterbrochen. Etwa 40 Km unterhalb von Wien verlässt die Donau dann Österreich. Über den Winterhafen Linz und dort mit den Rädern zu einem Stadtbesuch, weiter nach Grein mit einem ausgezeichnetem Essen in der Traube fuhren wir dann weiter bis zur Marina Tulln. Hier waren einkaufen im Supermarkt und Tanken angesagt. 450,- € und somit 360 Ltr. wechselten den Besitzer. Nach der Schleuse Greifenstein haben wir in der Marina Wien angelegt, in der Hoffnung endlich wieder ein funktionierendes Netz zu haben. Aber weit gefehlt. Nur Abbrüche und nach ca. 4 Stunden "Versucherei" habe ich das Handtuch geschmissen.

Am 16 Juli bekamen wir Besuch aus Wien, die Eltern von Christoph. Es wurde ein richtig schöner Abend mit Klönen und allem was dazu gehört. Sie konnten uns richtig einstimmen auf unserem Besuch in Wien. Wir wollten zuerst nur einen Tag in Wien bleiben, es wurden aber derer drei! Und nach Wien, die Slowakei ruft.....




3. Der Slowakische Teil der Donau, 18.07.2015 - 21.07.2015,

ist 172 km lang und bildet einmal mit Österreich zusammen, dann fließt die Donau durch Slowakisches Gebiet um dann bei Km 1.850 wieder mit Ungarn eine gemeinsame Grenze zu bilden. Am 18.07.2015  verlassen wir gegen 14:10 Uhr Österreichisches und erreichen bei Km 1.880 Slowakisches Gebiet.

Als geplanten Stop haben wir uns Bratislava ausgesucht. In unseren Unterlagen wurde uns die Marina Bratislava als für unser Boot ausreichend beschrieben. In Wien haben uns Österreichische Skipper eben diese Marina auch als sehenswert beschrieben. Also das Telefon heraus und angerufen. Mit gutem Deutsch seitens der Hafenbetreiberin Ella genannt, haben wir dann einen Platz bestellt. 15:15 Uhr lagen wir fest und, wie beschrieben, sehenswert! Wir beschlossen 2 Nächte dort zu verbringen um auch der Stadt Bratislava einen Besuch abzustatten. Per Taxi mit Ellas Enkel in die Stadt aber es war eigentlich zu heiß. Wir sind dann mit den "City-Oldtimern" auf eine 1-stündige Rundfahrt zu allen Sehenswürdigkeiten (für 10,- €) gefahren, um dem Laufen bei diesem Wetter aus dem Weg zu gehen. Obwohl es eigentlich sehr schön war dort haben wir bereits für 16:00 Uhr das Rücktaxi bestellt.

Wir haben somit "nur" in der Marina gegessen und etwas getrunken. Das Essen, erste Sahne! Der Zander ein Gedicht. Und als "Eiweiss-Spalter" einen Slivo mit 52 % Vol Alc!! Der ging runter wie Öl... 

Ach ja, wir trafen dort auch einen Berufsskipper aus Niederland mit seinem Schiff, die "Bel Air" aus Nijmegen. Es gab somit "etwas" zu erzählen. Aber wie immer im Leben, wenn es am schönsten ist muss man gehen. Denn Ungarn wartet....




4. Der Ungarische Teil der Donau, 21.07.2015 - 29.07.2015,

ist 417 km lang und teilt sich zuerst den Fluss mit der Slowakei um dann bei Donau km 1708 komplett durch Ungarn zu fließen. Bei km 1434 verlässt sie dann ungarisches Staatsgebiet.

Szentendre ist unsere erste Ungarische Stadt die wir besuchen. Im Hafen bekamen wir einen Platz "innen" zugewiesen. Die Boote dort aber waren nur etwa 6-8 m lang, na ja OK und wir also rein. Etwas tricky aber es ging. Kaum lagen wir fest kam der richtige Hafenmeister und meinte wir sollen doch besser außen liegen. Au Backe, Donau Strom von vorne, heftige und böiger Wind von achtern und rückwärts zwischen kleineren Booten (Platz max. 5,50 m breit) wieder raus. Ging ohne Blessuren ab. Die Stadt selber hat einen etwas morbiden Charme und besteht eigentlich zu 50 % nur aus touristischen Geschäften. Also weiter nach Budapest in die Marina Melba. Hier kann man sagen, es ist wirklich eine Marina. Am nächsten Tag steht eine Besichtigung von Budapest auf dem Programm, zu allererst mit den HopOn - HopOff Bussen, Start- und Endziel fest aber man kann zwischendurch überall aus- und einsteigen, Gegen 16:00 ziehen dunkle Wolken auf und wir, km-weit weg vom Schiff und alle Fenster und Türen ob der Hitze offen. Also so fix es geht zum Schiff. Leider etwas zu spät. War zwar nur Wasser aber eben doch nass!!!! Abends dann zum Essen gegangen, Spare Rips auf ungarisch, super. Haben dann doch noch einen Tag Budapest angehangen.

Unser "eisernes Segel" brauchte auch wieder "Nahrung" also war Tanken angesagt. In unserem nächsten Hafen Kisapostag war gerade eine Hochzeitszeremonie im Gange als wir einliefen, wunderschön. Wir wollten abends dort Essen gehen aber das Restaurant hatte geschlossen. Man holte uns einfach später zum Essen ab und es gab das was die Gäste auch bekamen....

 

Unser nächstes Ziel Baja war für uns zu flach als umdisponiert auf Mohacs im Hafen Barka bei Bela. Sehr herzlicher Empfang durch Bela (spricht etwas Deutsch) mit Begrüßungsdrink(s) etc... Was wir nun in den nächsten Tagen erlebt haben sprengt unsere Vorstellung von Gastfreundschaft. Er, Bela und seine Frau Gabriella (spricht Englisch) haben uns die Gegend gezeigt mit einem Besuch im Porzelanmuseeum, Weinprobe etc.. Abends gab es dann Wels Gulasch und Fischsuppe usw. Alles aufzuzählen sprengt diesen Rahmen. Wir haben jedenfalls Freunde zurückgelassen. Nach 4 Tagen ging es dann weiter zum Ausklarieren und dann Richtung Serbien....  




5. Der Serbische Teil der Donau, 29.07.2015 - 11.08.2015,

ist 588 km lang und teilt sich die Donau mit Kroatien und Rumänien. Unser Teil beginnt mit dem Einklarieren in Bezdan. Normalerweise eine etwas zähe Prozedur, in unserem Fall aber wirklich ruck - zuck! Und die Leute am Anlegeponton waren Donauschwaben. Der erste Hafen war nun Apatin, die größere Serbische Stadt an der Donau. Im Hafen, nach Nennung meines Namens, gab es erst einmal Slivo (3 x) und Pivo (1 x) ehe ich nach 1,5 Std und Zahlung der Hafengebühr entlassen wurde. War ein super Einstieg in Serbien.

 

Ich werde hier nur einige kurze Informationen ablegen, da dieser Besuch in Novi Sad und Belgrad hauptsächlich familieren Gründen diente. Für mich allerdings sehr wichtig war.

 

Weiter ging es dann nach Novi Sad und dort fanden wir einen Liegeplatz im Yachtclub Vojvodina. Hier blieben wir bis zum 4.8 um Familien Besuche zu machen. Wir hatten bisher nur 2 x gesehen. Einmal 1962 und einmal 1990. Mit Dragoslaw haben wir und dann aber auch Novi Sad angesehen einschließlich des Besuchs der gewaltigen Festung. Wir blieben insgesamt 4 Tage hier in Novi Sad. Danach haben wir den Yachtclub Vojvodina in Richtung Belgrad verlassen. Das Restaurantschiff Yachtclub Vodenica war für die nächsten 4 Tage unsere Marina. Auch hier war der Grund Familien Besuche zu tätigen. Ebenso wie in Novi Sad hatten wir uns lange Zeit gar nicht oder aber auch überhaupt noch nicht gesehen. Vielleicht ein Beispiel. Savo, Jahrgang 1951, hatte uns vor über 40 Jahren mal in Xanten besucht und war damals wie heute Musiker. Er holte abends seine Gitarre und Verstärker nach draußen und spielte... Ich dachte ich wäre in Woodstock!!! Solche Töne aus einer einzelnen Gitarre zu produzieren war unglaublich!!! 

 

Danach fuhren wir bis zur Mündung der Save an das Clubschiff Kruzer. Eigentlich eine Diskothek (wussten wir aber nicht), die aber geschlossen hatte. Neben dem Schwell durch die großen Hotelschiffe gab es dann abends "Lärm" aus diversen Diskotheken in unmittelbarer Nachbarschaft. Jeder spielte was anderes und jeder wollte lauter sein als der Andere... Für uns hieß das so schnell wie möglich weg!!!! Weiter ging es Richtung "Eisernes Tor" und bei km 1045 ist die Donau 2 km breit!! Später haben wir in einem Seitenarm der Donau, die Bucht Porecka wunderschön geankert. Nach all dem Trubel sind wir dann dort 2 Tage geblieben.

Nun kam die Erste der beiden großen Doppelkammer Schleusen Djerdab 1 (Serbien) bzw. Port de File 1 (Rumänien). Serbien und Rumänien wechseln sich hier mit dem Schleusen ab. Nach dem erfolgreichen Schleusengang mussten wir in Klasovo aus Serbien ausklarieren (ohne Probleme und fix) um nun in Rumänien einzuklarieren.




6. Der Rumänische Teil der Donau, 11.08.2015 - 17.08.2015,

hat mit 1075 km, rund einem Drittel, den längsten Anteil an der Donau. Sie ist aber auch Grenzfluss zu Serbien und Bulgarien. 

Man darf aber eins nicht außer Acht lassen, ab Rumänien gibt es auf der Donau für Boote ab 10 m und länger keine oder nur eingeschränkte Anlegemöglichkeiten. Wir hatten immer wieder Probleme bei der Suche. Es gibt natürlich noch den Anker, aber bei einer Strömung von 4-8 km muss der schon gut halten.... Durch das hohe Aufkommen der Hotelschiffe hat sich auch hier die Situation für "Yachties" nicht zum Guten geändert. Im Gegenteil, immer mehr Anleger sind für diese Schiffe reserviert und fuer die Kleineren bzw. uns bleibt nichts über... Wir haben aber immer ein "Anlegeplätzchen" gefunden.

 

Egal, unser nächster Anleger war Turnu Severin, um in Rumänien einklarieren. Auch hier wieder sehr freundliche und hilfsbereite Beamte. Konnten danach im Yachtclub Aurora (1 Schiff) anlegen und übernachten. Der Hafenmeister versorgte uns mit Diesel gegen Bezahlung sowie mit Wasser und Strom kostenfrei. Wir Ihm dafür mit 2 Dosen Bier und 1 Schachtel Zigaretten. 

Am nächsten Morgen weiter Richtung Calafat. Wir müssen hier nun durch die Schleuse Djerdab 2 um der Donau weiter zu folgen. Abends haben wir dann im Strom bei km 816 geankert. Ankerwache, Gabi drinnen und ich draußen. War eine lauschige Nacht. Morgens duschen mit Donauwasser, herrlich. Bei km 804 passierten wir den Nachbau der Radetzky, ein Restaurantschiff. Sah richtig schmuck aus. Haben dann bei km 679 in Bechet am Polizeiponton (mit Erlaubnis) angelegt. Haben dann an diesem Abend an einer "allein stehenden Schute" bei km 539 angelegt, weil wir dachten, bis morgen früh kommt niemand. Doch gegen 22:00 Uhr plötzlich Radau. Ein großer Schuber dockte an "unsere Schuten" an. Wir wollten schon einen Panikstart machen als der Skipper kam und sehen wollte, wer denn da an seinen Schuten angelegt hatte. Zuerst Kontrolle der Blomben und dann sah er wir waren Deutsche und sofort kein Problem mehr. Wir können liegen bleiben bis morgen früh. Er fährt erst um 06:00 Uhr weiter. Gott sei Dank, die Nacht war doch gerettet. Und ich denke nachts auf einer mäandernden Donau, die permanent ihr Bett ändert ist auch nicht prickelnd.

Bei km 379, gegenüber dem Bulgarischen Silistra haben wir dann am Rumänischen Polizeiponton angelegt. Das private Restaurant Monika wollte 35 € für 3 Std. bzw. 60 € für 1 Nacht an Liegegebühr haben. Die Polizei hat uns kostenlos liegen lassen. Am nächsten Morgen große Probleme. Die Polizei informierte uns das im folgenden Verlauf der Donau nur noch 0,90 m Tiefgang sind. Für uns also  kein Durchkommen. Und er gab uns die notwendigen Informationen wie wir fahren sollten. Das hieß für uns, wir müssen den Borcea Arm fahren und nicht der Donau folgen.

Also bei km 371 runter von der Donau und in diesen Arm herein. Vor uns lagen ca. 170 km unbekanntes Gewässer, weil jede Karte mit der aktuellen Situation vor Ort nicht überein stimmte. Vor uns fuhr ein Tankschiff (Benjamin) mit halber Ladung unter der Flagge von Malta. Er warnte uns vor einer Gefahrenstelle in 2 km Entfernung und fragte "ob unsere Maschine stark genug sei...". Nun ja, kurze Zeit später wussten wir warum. Unser Boot beschleunigte innerhalb von Sekunden von 12 km/h auf 17 km/h und dann auf 24 km/h. Wir fuhren in eine Art Schlucht, mit einer Wassertiefe von über 20 m und sehr schmal. Im Wasser gab es nur Strudel und irgendein Gurgeln. Schiff und Wasser gingen eine Verbindung ein, auf der ich keinen Einfluss mehr nehmen konnte. Nach ca. 500 m war dieser Abschnitt erledigt und unser Adrenalin Pegel wieder auf Normalwert. Benjamin erkundigte sich "ob alles OK sei und verabschiedete sich mit Gute Fahrt weiterhin". Wir waren nun allein mit der Natur, den Kranichen und Schwärmen von Störchen und jeder Menge Sandbänke. Bei km 241 kommt der Borcea Arm wieder in die Donau und ab hier mussten wir dann bis Cernavoda, bei km 299, zu Berg fahren.

Hier kamen wir dann gegen 21:00 Uhr an. Fast dunkel haben wir einfach bei einem Schlepper angefragt ob wir hier fuer die Nacht bleiben können. Und siehe da, der Skipper mit Namen Jonel (Spitzname Nerlo) konnte sehr gut Deutsch und verhalf uns zu einer Schleusen Passage morgen früh um 07:00 Uhr. Gab aber zu bedenken, wir MUESSEN in LEI bezahlen. Keine Karte und kein Euro!!!. Doch wir hatten keine LEI. Er bat uns ein kleines Stück weiter an das Schiff mit dem Namen EcoStar 103 anzulegen. Er würde den Skipper informieren. Wir dahin, inzwischen dunkel, und legten dort an. Der Skipper mit Namen Giurgio (Georg) half uns und brachte mich mit seinem Auto um 22:30 Uhr zu einem Geldautomaten in Cernavoda um Geld zu holen!!! Anschließend zeigte er mir voller Stolz sein fast neues Schiff, Steuerstand und Motor bei einem Glas Wein. Bei der Verabschiedung bekam ich von Ihm noch eine 2,5 Ltr. Buddel mit seinem Hauswein geschenkt. Ich weißß nicht was wir ohne die beiden gemacht hätten.....

Morgens um 07:00 Uhr konnten wir sofort in die Schleuse und wer liegt neben uns, die Benjamin. Und oh Wunder, der Kapitän war ein Niederländer aus der Ecke von Zwolle. Er hatte aber kein Donau Patent und fuhr somit mit einem Rumänischen Lotsen. Jetzt konnten wir uns richtig bedanken und ein wenig erzählen. Im Kanal übernahm er noch die Positionsmeldungen alle 5 km. Zuerst an die Schleuse in Cernavoda und dann an die in Constanza. Bei Kanal km 29 fuhr er dann in den Ölhafen und wir weiter. Auf die Schleusung mussten wir etwa 1 Stunde warten. In dieser kam dann ein Mitarbeiter um alles zu kontrollieren (Personen und Schiff) und wir mussten 695,- LEI bezahlen. Dann kam per UKW Kanal 74 die Aufforderung uns nach der Schleusung auf Kanal 71 zum Kontrollcheck zu verabreden. Da  bei uns alles ok war ging es weiter zum Hafen Tomis. Vorher aber noch auf 71 (Constanza Habor) abmelden und 67 (Constanza VTS) anzumelden.

Wir haben es geschafft und sind nach 3.365,5 km wohlbehalten am schwarzen Meer angekommen. Dieser Teil der Reise hat unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen. Die Menschen die wir unterwegs trafen bzw. sogar näher kennengelernt haben, führten bei uns zum "über Bord werfen" von falschen und haltlosen Vorurteilen". Alleine für diese Erfahrung lohnte sich dieser Teil der Reise.